Agnes Water 2.0 (11.12 - 24.12.)

Es war ja vorauszusehen, dass ich Sydney, Melbourne und die Great Ocean Road gegen zwei Wochen puren Glücks eintausche. Zwei Wochen täglich am Strand und fast täglich Surfen, unzählige Stunden in der Hängematte vor Raum 4, spontane Strandparty mit Lagerfeuer, Nacktbaden nachts um elf im Ozean, der berühmte Sonnenuntergang über 1770 (eine von vier Stellen der Ostküste an der die Sonne über dem Wasser untergeht), die Crêpes, die der Hostelkoch an sechs Tagen die Woche gemacht hat, das Trinkspiel namens Lorenzo, das von Lorenzo erfunden wurde und DER Punch oder auch a glass of awesomness... All das hat die Zeit besonders und unvergesslich gemacht.

In den zwei Wochen habe ich insgesamt weniger Bilder gemacht als sonst für gewöhnlich am Tag. Es hat sich gar nicht mehr wie Sightseeing und Reisen angefühlt, sondern wie zu Hause sein. So lange wie ich geblieben bin, da wurde ich auch mehr oder weniger in die Hostelfamilie mit aufgenommen. Kurz vor Weihnachten ist es eh etwas ruhiger geworden. Da kannte man einander dann schon.

Mit der Zeit habe ich mich schon selbst nicht mehr wiedererkannt. Kleidung wurde gegen Bikini und Shirt eingetauscht, Schuhe - wer braucht schon Schuhe, außer Flipflops zum Duschen, und Lederfußband, eine Dreadlock und das Henna Tattoo auf der Hand haben den Hippielook dann noch perfekt gemacht. Es war nur schwer vorstellbar, dass es bald schon wieder nach Deutschland geht.

Und genau das hat dann noch das ein oder andere Streitgespräch am Telefon verursacht. Ich war ganz kurz davor, meinen Flug umzubuchen und noch etwas zu bleiben, jedoch gab es da sowohl Visumprobleme, als auch eine nicht ganz so begeisterte Familie. Und so kam es, dass ich am 24. Dezember gar nicht glücklich losgefahren bin. 1.300 Kilometer trennten mich jetzt noch von einer Weihnachtsfeier, meinem Koffer und dem Rückflug. 

Eins steht fest: es wird ein Agnes Water 3.0 geben! Und das nächste Mal bringe ich Zeit mit...