Fraser Island (28. & 29.11)

Wie schon gesagt, ich hatte Heimweh nach Agnes Water, was einer der Gründe gewesen sein könnte, warum ich den ersten Tag auf Fraser nicht so richtig genießen konnte. Der andere und definitiv schwerwiegendere war der holprige Untergrund. Es gibt auf Fraser keine Straßen, sondern nur Sandwege. Und die vielleicht drei Meter breiten Wege werden auch nicht als Einbahnstraße genutzt. Offiziell ist Tempolimit, aber das war unserem Guide egal, wie auch den meisten anderen Fahrern auf der Insel. Einen Tourbus mit Guide haben wir gewählt, da es schon einige böse, auch tödliche Unfälle durch unerfahrene Fahrer gegeben hat. Außerdem wird bei der Selberfahrtour der Fahrer durchgewechselt, das heißt bei sechs Leuten im Auto hätten wir drei fremde Fahrer dabei gehabt und keiner von uns wollte dem Backpacker mit frischem Führerschein vertrauen, der am Abend vorher vielleicht noch ein Goonerlebnis hatte... Aber mit Guide war es nicht viel besser, nur ungefährlicher. Scotty hat immer nach ein paar Minuten schnell fahren spöttisch lachend nach hinten in den Bus geschaut. Eindeutig ein kleiner Sadist. :D Ich habe gelitten. Mir war sooo schlecht.

Unser Bus war übrigens ein umgebauter alter MAN-LKW. Scotty war ziemlich stolz auf seinen Bus. Einer der Gründe war, dass das leuchtend grüne Gefährt wohl das größte und schwerste auf der Insel ist und außerdem sehr gut zu sehen. Deshalb machen ihm immer alle Platz. Anstatt Vorfahrt gilt aus Fraser Island tatsächlich das Recht des Stärkeren.

Am zweiten Tag ging es mir dann schon etwas besser. Das lag aber vor allem daran, dass die Holperstraßen auf so wenig wie möglich reduziert wurden, um mehr Zeit am Strand zu haben. Die Fahrt am Strand war dann einfach genial. Der 75 Mile Beach ist nicht nur ein wahnsinnig langer Strand, sondern auch ein offizieller Highway Australiens und eine Flugzeuglande- uns Startbahn. Zum Highway wurde der Strand tatsächlich befördert, um die Unfallrate zu senken. Vorher wurde dort allerhand Unsinn getrieben - vom betrunkenen Fahren, auf dem Dach mitfahren,  bis hin zu so etwas wie Wasserski hinterm Auto im Sand und natürlich Rennen. Jetzt gelten dort alle üblichen Verkehrsregeln und auch die entsprechenden Bußgelder.

Fraser Island vereint eine Menge verschiedener und sehenswerter Naturphänomene, zum Beispiel kristallklare Süßwasserseen, Badecreeks, endlosen Strand, vom Regenwald bis zur Düne jede Vegetationsform... Auch wenn es mir nicht so gut ging, bin ich froh, dass ich die Tour gemacht habe. Die Jungs mussten mich ein bisschen dazu drängen, denn eigentlich wollte ich Fraser wegen der Autofahrsituation auslassen. Ach ja, auf Fraser Island habe ich auch die ersten Spinnen gefunden, die größer als meine Hand waren!!! 

Was sich außerdem ergeben hat: aus der Fraser Family (unsere Tourgruppe) wollten sich einige noch nicht so richtig verabschieden uns so ist unsere kleine Reisegruppe ein bisschen gewachsen.