16 & 17

Die letzte Uniwoche haben wir mit Rocky Horror im Openairkino ausklingen lassen. Natürlich waren wir passend verkleidet und haben auch fast den Kostümpreis, eine kleine Tüte Popcorn, gewonnen. Ich hab die Rocky Horror Picture Show zwar schon mehrfach live gesehen, aber es war auch mal ganz lustig, wie alle beim Film mittanzen und reinrufen.

Ganz praktisch war, dass wir danach kostenlos in den Club durften, da wir ein Kostüm an hatten. Die Halloweenfeten wurden hier schon auf Samstag vorgezogen. Nachdem ich einen Monat lang immer gefahren bin - ich wohne ja jetzt im Vorort - habe ich mir mal was gegönnt und mich ziemlich betrunken vom Taxi heimbringen lassen. 

Weiteres Highlight der Woche: ich habe meinen Roller verkauft. Wenn man ignoriert, dass ich ja auch einiges investiert habe (Reifen, Service...), habe ich sogar $40 mehr bekommen. :D

Und diese Woche hat das australische Unisystem noch einmal einen großen Pluspunkt bekommen. Im Gegensatz zum "Bulimie-Lernen" zu Hause, wurde hier richtig gut eingegrenzt, was klausurrelevant ist und auf was wir uns einstellen müssen. Das nimmt einem dann doch die Aufregung und man kann sich wieder aufs Reisen konzentrieren. ;)

Und genau das habe ich dann auch in meiner ersten Ferienwoche gemacht. Ich hatte zwei Tage lang deutschen Besuch - naja, nicht von zu Hause, aber eine Deutsche, die ich vor fünf Wochen in Darwin kennengelernt habe. Da es mittlerweile ganz schön heißt ist, hat sich das Sightseeing auf Wasserfälle beschränkt. Wir waren also noch mal bei den Fairy Falls klettern, bei den benachbarten Crystal Cascades und am nächsten Tag habe ich es dann endlich zu Millaa Millaa geschafft. Drei Versuche habe ich gebraucht!!! Auch diesmal war es wieder kurz vorm Scheitern. Wir sind schon etwa 40 Minuten auf einer Serpentinenstraße unterwegs gewesen, da war vor uns ein Stau. Der Lollipop Man hat uns dann verraten, dass vor uns ein großes Buschfeuer ist und der Wald mindestens eine Stunde gesperrt sein wird... Also sind wir rumgedreht und haben einen riesigen Umweg genommen, aber immerhin sind wir diesmal bei Tageslicht und wunderbarem Wetter angekommen.

Den Millaa Millaa Fall habe ich ja vor zwei Jahren schon besucht, diesmal habe ich den Waterfall Circuit dann noch vervollständigt und bin zu den zwei nahegelegenen Wasserfällen Zillie Falls und Elinjaa Falls gelaufen - oder eher geklettert. Die drei Wasserfälle sind nur wenige Kilometer voneinander entfernt, aber verströmen jeweils eine ganz unterschiedliche Atmosphäre. Millaa Millaa ist bekannt für das Hairflip-Foto und ist ganz gemütlich mit einer Liegewiese und kleinen Schildkröten, die man beobachten kann. Zillie war viel gewaltiger und größer, und vor allem nicht so leicht zu erreichen. Hier gab es keine Treppe mit Geländer, sondern einen lehmigen Trampelpfad steil bergab und durch dichtbewachsenen Wald. Ehrlich gesagt, weiß ich nicht, ob das wirklich ein Weg war. :D Am Wasser angekommen, konnte man auf den großen Steinen etwas umher klettern um die beste Sicht auf den Wasserfall zu bekommen. Das ganze war auf jeden Fall eine eher gefährliche Angelegenheit, aber das war es wert. Besonders schön war, dass in der Nebelwolke am Fuß den Wasserfalls ein Regenbogen zu sehen war. Für mich war Elinjaa Falls dann noch einmal eine Steigerung - ich bin echt froh, dass wir die Reihenfolge nicht umgekehrt hatten. Durch ein bisschen Glück waren wir alleine und konnten die Atmosphäre absolut genießen. Umringt vom Regenwald und im Schatten hatte Elinjaa etwas Magisches. Ich hätte mir hier auch gut kleine, umherschwirrende Feen vorstellen können.

Da die meisten internationalen Studenten direkt nach ihrer letzten Prüfung abreisen, wurde die Abschiedszeremonie für uns schon vorgezogen. Nach einer Rede vom Direktor gab es Zertifikate, Geschenke und ein absolut gutes Buffet. 

 

Am Abend habe ich dann meine Koffer gepackt, denn meine Zeit im großen Haus mit Pool ist leider vorbei. Mich treibt es jetzt erstmal weit in den Süden, nach Tasmanien. Da kann ich ja mal testen, wie gut ich noch mit Kälte klar komme. Jedenfalls musste ich mir heute erstmal Schuhe kaufen, da in Tasmanien noch kein Flipflop-Wetter ist und ich bin auch ganz froh, dass ich meine Fließjacken noch nicht per Post heimgeschickt habe (wenn ich an die Rückreise denke, habe ich mittlerweile ein kleines Kofferproblem). Außerdem habe ich bemerkt, dass ich nicht genügend Socken für eine ganze Woche mitgenommen habe. Aber mehr über das "Kälteproblem" dann nächste Woche ...