14 & 15

Ja, ich gebe zu, dass ich letzte Woche etwas zu faul zum Bloggen war. Aber ich bin dank Uni (und den ganzen Sachen, die ich unternehmen "musste") einfach nicht zum Bilder bearbeiten gekommen.

Da ich ja jetzt Autobesitzer bin, können wir endlich zu den ganzen wunderbaren Kleinigkeiten rund um Cairns fahren. Besser spät als nie. Folglich war am Samstag in Woche 14 eine große Tour geplant um die Wasserfälle im Süden abzuklappern. Durch diverse Soziale Medien wurden auch die verbleibenden zwei Sitze im Auto noch gefüllt. So leicht kann man hier neue Leute kennen lernen. :D Als eine 18-jähriges, frisch in Australien angekommene Deutsche einstieg, war mein erster Satz: "In Deutschland hätte ich nie anonym online Mitfahrer gesucht." Ihre Antwort: "In Deutschland wäre ich da auch nie eingestiegen!" Ich bin mir nicht sicher, ob das Grundvertrauen in Fremde in Australien größer ist, oder ob bei dem Klima nach einer Weile einfach alles egal ist. :D

Der Tagesplan war: Cairns - Behana Gorge - Babinda Boulders - Josephine Falls - Millaa Millaa Falls - Carins. Für das ganze sitzt man etwa vier Stunden im Auto und muss natürlich immer noch etwas Zeit zum Wandern oder Baden oder Fotos machen einplanen. Geschafft haben wir: Cairns - Behana Gorge - Babinda Boulders - Cairns. (Hier hätte ich jetzt gern den Affen-Smilie, der sich die Augen zuhält. :D ) Das Wetter war uns nicht ganz so wohlgesonnen. Mit Wolken kann man ja leben, Regen ist ja prinzipiell auch egal, wenn man eh im Wasser ist. Wenn man aber aus dem Wasserfallpool rauskommt - und Wasserfälle sind immer verdammt kalt - und nur ein durchgeweichtes Handtuch und nasse Schuhe hat, dann friert man und es wird einfach nicht besser... Ja, ich weiß, dass ich Deutschland schon die ersten Schneeanzeichen da sind, aber ich frier mittlerweile auch bei 24°C wenn die Sonne mal kurz hinter den Wolken verschwindet...

Jedenfalls haben wir nur Behana Gorge und Babinda Boulders besucht und sind danach nach Hause um eine warme Dusche zu nehmen. Es war trotzdem ein sehr schöner Tag. :)

Auch in Woche 15 ging es mit Wasserfällen weiter. Diesmal die Fairy Falls, die nur 3 km von meinem neuen Heim entfernt sind. Der Pool ist zwar so klein, dass man kaum schwimmen kann, aber dafür haben mutige Kletterer ein (nicht gerade bequemes) Seil aufgehangen. Nach zwei Stunden Rumturnen haben wir zwar alle geniale Fotos, aber auch viele blaue Flecke, die uns noch eine ganze Weile an die Fairy Falls erinnern werden.

Abends hatte ich dann zu einem Barbecue geladen. Meine schöne, große Terrasse muss ja auch mal genutzt werden. :) Highlight war mein Vanillepudding-Mousse au chocolat-Erdbeer-Kompott. Man muss sich ja auch mal was gönnen. ;)

Weil die blauen Flecke noch nicht genug sind, haben wir uns am Samstag dann auch noch den Muskelkater unseres Lebens verpasst. Wir sind auf die größte freistehende natürliche Pyramide gestiefelt. Vom den 922 Metern hat man eine gigantische Aussicht, aber die muss man sich erstmal erarbeiten. Der Weg ist (wenn vorhanden) steinig und steil. Ich bin unterwegs gefühlt dreimal gestorben, weil meine Lunge noch mit der Grippe von letzter Woche zu kämpfen hatte. :-/ Einmal jährlich ist hier ein Wettbewerb, wer die Pyramide am schnellsten meistert. Quasi wie ein Cross-Lauf. Wir sind uns nicht sicher, wie Leute auf diesen Wegen joggen können... Als es dann nicht mehr ganz so steil war und tatsächlich so etwas wie ein Trampelpfad vor uns lag, habe ich auch erstmal eine Schlange gesehen. Oben angekommen, wurden natürlich die Oben-Ohne-Bilder geschossen, für die die Pyramide berühmt ist.

Auf dem Rückweg haben wir dann zum zweiten Mal versucht, zum Millaa Millaa Wasserfall zu fahren. Diesmal war nicht das Wetter schuld, dass wir nicht angekommen sind, sondern eine Kombination aus sehr unzuverlässigen Zeitangaben des Navis und unserem Verlangen nach kalten Getränken und dringend benötigtem Zucker, was uns erstmal zu McDonalds geführt hat. Als wir bemerkt haben, dass wir definitiv nicht im Hellen bei dem Wasserfall ankommen werden, sind wir umgedreht, zu einem Dorffest. Am Anfang sah das doch sehr langweilig aus, aber dann hat ein absolut geniales Akrobatenpaar eine Show angefangen, die uns bis zum Ende gefesselt hat.

Lektionen des Tages: Klettern sollte man im Winter; wenn man es doch in der Hitze macht, dann sollte man mehr als 2 l Wasser dabei haben; und die besten Dinge sieht man, wenn man nicht plant, sondern einfach mal anhält!