ZEHN

Wie letzte Woche angekündigt, ging es am Donnerstag aufs Boot. Mittlerweile habe ich auch genügend Übung, sodass mir schon fast nicht mehr schlecht wird. ;) Trotzdem wird beim Start jedes mal eine vorbeugende Tablette gegen Seekrankheit eingeworfen. Ich bin diesmal nur geschnorchelt. Tauchen ist so eine Sache, die ich in meinem Leben eher nicht wiederholen werde.

Am Riff haben wir dann an zwei verschiedene Stellen Halt gemacht. Die erste war im tieferen Gewässer und bot die gesamte Riff-Vielfalt. Das Highlight hier war, dass ich eine gefühlte Ewigkeit mit einer Schildkröte geschwommen bin. Josi nimmt es mir ein bisschen übel, dass ich Schildkröten immer nur sehe, wenn sie nicht dabei ist. Aber es war ja nicht meine Entscheidung, dass sie den ersten Tauchgang mitmacht und mich alleine lässt. :D

Als dann der zweite Tauchgang ausgerufen wurde, der nur für lizenzierte Taucher war, gab es gerade mal zwei Teilnehmer. Also wurde das Speedboot, welches die Taucher an eine bessere Stelle bringen sollte (irgendwas mit Höhlen oder so), mit guten Schwimmern aufgefüllt. Ich weiß bis heute nicht, wer aus die Idee kam, mich in ein Speedboot mitten im Ozean zu setzen. Aber ich habe es überlebt. Wir wurden dann auf halber Strecke ausgesetzt und sollten zurück zum Katamaran schnorcheln und dabei "immer schön am Rand vom Riff bleiben". Diese für Taucher typische Rückwartsrolle vom Bootsrand ist mit einem Schnorchel übrigens ziemlich unpraktisch und sieht vermutlich nicht halb so elegant aus, aber der Typ vom Boot hat sich das auch von allen Schnorchlern gewünscht. Der Rückweg war anstrengend, aber hat sich definitiv gelohnt, denn wir haben riesige Fische gesehen, die angeblich ziemlich selten sind.Der zweite Halt war in der Nähe einer kleinen Sandbank. Hier war das Wasser etwas flacher und durch den Sand war alles etwas trüb. Aber die schlechte Sicht wurde von einer 50% Hai-Wahrscheinlichkeit entschädigt. Ich habe auch tatsächlich zwei gesehen. Oder den gleichen zweimal.

Da Schorcheln ziemlich durstig macht, vor allem wenn man nicht so talentiert ist und immer mal Salzwasser einatmet, wurde auf der Sandbank eine Minibar eröffnet. Ich wurde zwar gezwungen Bier zu trinken, weil der Cider schon alle war (es gab tatsächlich nur Alkohol), aber bei dieser Kulisse schmeckt einfach alles, solange es gut gekühlt ist.

 Am Tag darauf hatte ich meine zweite Miniprüfung in der Uni. Die Ergebnisse sind zwar noch nicht da, aber es lief gut. Zur Belohnung habe ich mir zwischen Uni und Kino mal eben einen lang gehegten Wunsch erfüllt und etwas Metall zu meinem Ohr hinzugefügt.