Weihnachten und ab nach Hause (25. & 26.12.)

Es war das womöglich hektischste Weihnachten überhaupt. Ich bin nachts spät angekommen und um 7 (früh) war der Skype-termin mit Hartha. Wir haben sogar mit gewichtelt. Außerdem musste meinen Koffer früh gepackt werden, mein Auto musste ich verkaufsbereit machen und wir wollten natürlich nochmal in die Stadt. Schließlich hat Cairns, nachdem es fast fünf Monate mein zu Hause war, einen Abschied verdient. 

Die Feier war dann auch etwas komisch. Wir feierten mit Freunden von Katrin und es hat sich anfangs gar nicht wie Weihnachten angefühlt. Ohne Familie, ohne Kälte, ohne Kirche und ohne Glühwein. Aber nachdem ich nocheinmal per Skype "zu Hause war" um auch mit der anderen Familienhälfte "zu Mittag zu essen" kam für mich doch noch Weihnachtsstimmung auf und ich konnte den Abend genießen.

Fazit: In dem Moment dachte ich, ich verreise nie wieder über Weihnachten. Mittlerweile denke ich darüber schon wieder anders und wer weiß. Vielleicht bin ich ja schneller wieder weg als gedacht.

 

Der Rückflug war dann total entspannt. Ich habe den ersten Flug verschlafen, in Singapur mit im Fitness Studio und im Pool ausgepowert und dann auch den zweiten Flug fast durchgeschlafen. Ein wahnsinniger Vorteil: Das Flugzeug war beinahe leer. Jeder konnte eine eigene Reihe für sich beanspruchen. Also konnte ich, da ich ja nicht die Größte bin, bequem im liegen zwölf Stunden pennen. Das war auch gut so, da meine Ankunft in Deutschland alles andere als erfreulich war. Meine Tasche wurde wegen Bombenverdacht komplett durchsucht während ein Polizist meinen Reisepass beschlagnahmt hatte. Doch sie haben mich dann problemlos weiter nach Leipzig fliegen lassen, wo meine Familie schon auf mich gewartet hat. Und die konnte es gar nicht fassen, als ich braungebrannt, in Stoffhose und FlipFlops im kalten Deutschland stand. 

 

Agnes Water 2.0 (11.12 - 24.12.)

Es war ja vorauszusehen, dass ich Sydney, Melbourne und die Great Ocean Road gegen zwei Wochen puren Glücks eintausche. Zwei Wochen täglich am Strand und fast täglich Surfen, unzählige Stunden in der Hängematte vor Raum 4, spontane Strandparty mit Lagerfeuer, Nacktbaden nachts um elf im Ozean, der berühmte Sonnenuntergang über 1770 (eine von vier Stellen der Ostküste an der die Sonne über dem Wasser untergeht), die Crêpes, die der Hostelkoch an sechs Tagen die Woche gemacht hat, das Trinkspiel namens Lorenzo, das von Lorenzo erfunden wurde und DER Punch oder auch a glass of awesomness... All das hat die Zeit besonders und unvergesslich gemacht.

In den zwei Wochen habe ich insgesamt weniger Bilder gemacht als sonst für gewöhnlich am Tag. Es hat sich gar nicht mehr wie Sightseeing und Reisen angefühlt, sondern wie zu Hause sein. So lange wie ich geblieben bin, da wurde ich auch mehr oder weniger in die Hostelfamilie mit aufgenommen. Kurz vor Weihnachten ist es eh etwas ruhiger geworden. Da kannte man einander dann schon.

Mit der Zeit habe ich mich schon selbst nicht mehr wiedererkannt. Kleidung wurde gegen Bikini und Shirt eingetauscht, Schuhe - wer braucht schon Schuhe, außer Flipflops zum Duschen, und Lederfußband, eine Dreadlock und das Henna Tattoo auf der Hand haben den Hippielook dann noch perfekt gemacht. Es war nur schwer vorstellbar, dass es bald schon wieder nach Deutschland geht.

Und genau das hat dann noch das ein oder andere Streitgespräch am Telefon verursacht. Ich war ganz kurz davor, meinen Flug umzubuchen und noch etwas zu bleiben, jedoch gab es da sowohl Visumprobleme, als auch eine nicht ganz so begeisterte Familie. Und so kam es, dass ich am 24. Dezember gar nicht glücklich losgefahren bin. 1.300 Kilometer trennten mich jetzt noch von einer Weihnachtsfeier, meinem Koffer und dem Rückflug. 

Eins steht fest: es wird ein Agnes Water 3.0 geben! Und das nächste Mal bringe ich Zeit mit...

Byron Bay (5.12. - 9.12.)

Ein neuer Staat, eine neue Zeitzone und Abschied von Paul, meinem französischen Travelmate, der schon seit Cairns dabei war.

 

Keine Stunde in Hostel und schon haben wir, dank meiner sehr gesprächigen Bunkbed-Gefährtin, ein Grüppchen kennen gelernt, mit dem es am nächsten Tag nach Nimbin gehen soll. Ausgemacht war: ich habe das Auto, wer mit will hat bitte 5 Dollar und gute Musik dabei. Das liebe ich an Australien - es ist so herrlich unkompliziert! 

Und die Plätze in meinem Auto waren heiß begehrt, denn wer auf die offizielle Tour angewiesen ist, muss dafür 55 Dollar bezahlen. So kam es, dass zwei Mädels, die leider keinen Platz mehr bekommen hatten, es darauf anlegten, dass die Jungs verschlafen (der Alkohol floss an diesem Abend in nicht allzu kleinen Mengen) und sie, wenn sie abfahrbereit zur richtigen Zeit am richtigen Ort sind, die Plätze klauen können. Doch der Plan ist nicht aufgegangen...

Zu fünft - ja zu FÜNFT - sind wir dann in meinem kleinen, gelben Gefährt in das Bergdorf gefahren. Mein sonst so zuverlässiger fahrbarer Untersatz hat damit ganz schön zu kämpfen gehabt. Ich bin auch sehr froh, dass ich selbst gefahren bin. Ansonsten wäre mir bei den Straßen kotzübel geworden. 

Nimbin war dann eine ganz besondere Erfahrung. Das Hippiedorf, das berühmt für seine Cookies ist, ist auf seltsame Weise eine rechtliche Grauzone und wurde somit zum "Amsterdam von Australien". Ich Kleinstadtkind dachte ja immer, es gibt Dinge die heimlich gehandhabt werden - Nein! In Nimbin steht in einem Straßencafé auf der Angebotstafel ganz unten auch mal wortwörtlich: "Kleiner Joint".

Auf dem Heimweg ging es dann noch bei zwei Wasserfällen und einem Kleinstadtimbiss vorbei (den hatten meine Mitfahrer nötig - schlecht vorbereitet waren sie :D ). Die Kleinstadt war dabei schwieriger zu finden als die Wasserfälle, so mitten im Nirgendwo. 

Wasserfall Nr.1 (dessen Namen ich weder aussprechen, noch mir merken konnte) ist definitiv einer der schönsten, die ich im letzten halben Jahr besucht habe. Unendlich hoch und ganz fein wie ein Vorhang. Es war ein magischer Platz.

An Wasserfall Nr.2 - Minyon Falls - habe ich eher schlechte Erinnerungen. Die Autogeschichte...

Ich war zwei Monate lang extrem paranoid, was meinen Autoschlüssel betraf. Problem eins: Es gab nur einen. Problem zwei: Auto ohne Zentralverriegelung, sprich beim Aussteigen das Türschloss von innen zu machen und nur die Türe zuhauen. Meine Vorsichtsmaßnahme: ein neonorangefarbenes (Woolshed-)Schlüsselband, das zusätzlich immer in meiner Hose befestigt war. Ich weiß bis heute nicht, wie ich das geschafft habe, aber als Caro ihre Kamera holen wollte, sehe ich durch die Kofferraumscheibe ein leuchtend oranges Schlüsselband... Eine kurze Situationsbeschreibung um das Dilemma perfekt zu machen: Ich mit vier Mates, die mehr oder weniger high waren, zwei Stunden entfernt vom Hostel bzw. jeglicher Zivilisation, die größer als ein Dorf ist, Nationalpark ohne Handyempfang, eine Stunde vorm Dunkelwerden. Aber immerhin hatten wir genügend Wasser dabei... Ich hatte mich schon damit abgefunden, dass ich gleich eine Scheibe meines eigenen Autos einschlagen werde und habe grob kalkuliert, welche wohl am billigsten ist. Einer der drei restlichen Touristen auf dem Parkplatz hat schließlich mein leicht verzweifeltes Gesicht gesehen und nach zwei Fragen (Ist das dein Auto? Liegt der Schlüssel etwa drin?) meine Tür aufgebrochen. Ich hatte für die nächsten Tage ein Loch in meiner Tür und bin nach wie vor überrascht, wie schnell man in ein Auto einbrechen kann. Aber immerhin sind wir wieder zurück nach Byron Bay gekommen. 

Eigentlich wollte ich in den verbleibenden Tagen meine Surf-skills ausbauen. Die Wellen waren vielversprechend und ein ganz anderes Kaliber als in Agnes Water. Doch das Wetter hat mir da einen Strich durch die Rechnung gemacht. Einmal habe ich es ins Wasser geschafft, an den restlichen Tagen haben uns mehrere Gewitter vom Strand fern gehalten. Aber wir konnten uns auch so ganz gut die Zeit vertreiben. Unsere Kartenspielfähigkeiten wurden perfektioniert, es gab Volley-balltuniere, wir haben National Geographic Filme geschaut und da es das erste und einzige Hostel meiner Reise mit Backofen war, hat jeden Tag jemand anderes Cookies gebacken. 

Hervey Bay bis Byron Bay (30.11 - 5.12)

Wir haben Fraser Island hinter uns gelassen und sind unterwegs in Richtung Süden. Meine Travelmates hatten als ersten Stopp eine ganz besondere Überraschung für mich. Sie haben eine Delphinfütterung rausgesucht. Einziger Nachteil: Wir müssen früh um 7 dort sein. Ich habe ihnen dann erstmal verraten, dass die Tin Can Bay 1,5 Stunden von uns entfernt ist... Wir waren trotzdem pünktlich dort. So viel dazu, dass ich mal ausschlafen wollte. 

Direkt im Anschluss sind wir in Rainbow Beach auf einer 120 Meter hohe Sanddüne, die Carlo Sandblow, rumgewandert. Dort haben wir ein ziemlich lustiges Fotoshooting veranstaltet. Auf diese Bilder muss ich allerdings selbst noch warten.

Das Ziel für diesen Tag war das restlos ausgebuchte Noosa. Wir haben tatsächlich kein Hostel mehr gefunden, aber eine gute Lösung war in Sicht: Wir habe ein Motelzimmer mit Tür zum Parkplatz genommen und ein deutsches Pärchen mit Campervan hat direkt davor geparkt. Die Kombination aus unserem Bad und ihrer Campingküche hat dann doch wieder ein vollständiges Appartement ergeben.

Am nächsten Tag ist der erste meiner Mitfahrer nach zwei Wochen abgereist. Am Morgen sind wir noch einmal an der Küste entlangspaziert und dann haben wir Michael in Sunshine Coast am Flughafen abgesetzt. Dort, um genau zu sein in Mooloolaba (ich liebe diesen Namen), bin ich dann im dreckigsten Hostel meiner ganzen Reise abgestiegen. Der einzige Vorteil: ich hatte zum ersten mal seit zwei Wochen ein Zimmer für mich alleine, das heißt lange und vor allem durchschlafen. Sonst bin ich immer wach, sobald der erste im Schlafsaal rumwandert. In Sunshine Coast hat mich dann auch mein zweiter Travelmate verlassen, doch dank Facebook und den Leuten die man auf Touren kennenlernt und ein Stück mitnimmt, ist man hier eigentlich nie alleine im Auto unterwegs.

Mit einem kurzen Abstecher zu den Glasshouse Mountains, wo wir von unzähligen Fliegen und Mücken attackiert wurde, ging es nach Brisbane. Es war anders geplant, aber irgendwie war mir langsam klar, dass dies die einzige Großstadt ist, die ich in Australien besuchen werde. 

Ein Versprechen, das ich mir selbst gegeben hatte musste hier dann natürlich eingelöst werden: Sobald ich in einer größeren Stadt mit Kino bleibe, wird "Fantastic Beasts and where to find them" angeschaut! Und genau das haben wir getan, nachdem wir uns trocken geföhnt hatten - wir waren beim Skyline-fotografieren in ein ausgewachsenes Gewitter geraten.

Ein absolutes touristisches Muss bei Brisbane ist der Lone Pine Koala Sanctuary. Dort ging es für mich ein letztes Mal Koalas knuddeln, Dingos streicheln und Kängurus füttern. Und endlich habe ich ein Schnabeltier gesehen. In Tasmanien habe ich ja vergeblich bei Nieselregen und durchgefroren am Bach auf sie gewartet. 

So langsam aber sicher wollte ich dann aber doch wieder ans Meer - und vor allem wieder aufs Brett. Also raus aus Brisbane und ab nach Byron Bay. Einen Mitfahrer haben wir in Surfer's Paradise abgesetzt und uns das bei der Gelegenheit auch gleich angesehen. Davon war ich allerdings ein klein wenig enttäuscht. Es ist eine Partymetropole und die Hochhäuser reichen bis an den Strand. Wenn ich an Cairns zurück denke, bin ich ja Party nicht abgeneigt. Aber für mich gehört zum Surfen diese einzigartig entspannte Hippieatmosphäre. Und die gab es natürlich wieder in Byron Bay.

Fraser Island (28. & 29.11)

Wie schon gesagt, ich hatte Heimweh nach Agnes Water, was einer der Gründe gewesen sein könnte, warum ich den ersten Tag auf Fraser nicht so richtig genießen konnte. Der andere und definitiv schwerwiegendere war der holprige Untergrund. Es gibt auf Fraser keine Straßen, sondern nur Sandwege. Und die vielleicht drei Meter breiten Wege werden auch nicht als Einbahnstraße genutzt. Offiziell ist Tempolimit, aber das war unserem Guide egal, wie auch den meisten anderen Fahrern auf der Insel. Einen Tourbus mit Guide haben wir gewählt, da es schon einige böse, auch tödliche Unfälle durch unerfahrene Fahrer gegeben hat. Außerdem wird bei der Selberfahrtour der Fahrer durchgewechselt, das heißt bei sechs Leuten im Auto hätten wir drei fremde Fahrer dabei gehabt und keiner von uns wollte dem Backpacker mit frischem Führerschein vertrauen, der am Abend vorher vielleicht noch ein Goonerlebnis hatte... Aber mit Guide war es nicht viel besser, nur ungefährlicher. Scotty hat immer nach ein paar Minuten schnell fahren spöttisch lachend nach hinten in den Bus geschaut. Eindeutig ein kleiner Sadist. :D Ich habe gelitten. Mir war sooo schlecht.

Unser Bus war übrigens ein umgebauter alter MAN-LKW. Scotty war ziemlich stolz auf seinen Bus. Einer der Gründe war, dass das leuchtend grüne Gefährt wohl das größte und schwerste auf der Insel ist und außerdem sehr gut zu sehen. Deshalb machen ihm immer alle Platz. Anstatt Vorfahrt gilt aus Fraser Island tatsächlich das Recht des Stärkeren.

Am zweiten Tag ging es mir dann schon etwas besser. Das lag aber vor allem daran, dass die Holperstraßen auf so wenig wie möglich reduziert wurden, um mehr Zeit am Strand zu haben. Die Fahrt am Strand war dann einfach genial. Der 75 Mile Beach ist nicht nur ein wahnsinnig langer Strand, sondern auch ein offizieller Highway Australiens und eine Flugzeuglande- uns Startbahn. Zum Highway wurde der Strand tatsächlich befördert, um die Unfallrate zu senken. Vorher wurde dort allerhand Unsinn getrieben - vom betrunkenen Fahren, auf dem Dach mitfahren,  bis hin zu so etwas wie Wasserski hinterm Auto im Sand und natürlich Rennen. Jetzt gelten dort alle üblichen Verkehrsregeln und auch die entsprechenden Bußgelder.

Fraser Island vereint eine Menge verschiedener und sehenswerter Naturphänomene, zum Beispiel kristallklare Süßwasserseen, Badecreeks, endlosen Strand, vom Regenwald bis zur Düne jede Vegetationsform... Auch wenn es mir nicht so gut ging, bin ich froh, dass ich die Tour gemacht habe. Die Jungs mussten mich ein bisschen dazu drängen, denn eigentlich wollte ich Fraser wegen der Autofahrsituation auslassen. Ach ja, auf Fraser Island habe ich auch die ersten Spinnen gefunden, die größer als meine Hand waren!!! 

Was sich außerdem ergeben hat: aus der Fraser Family (unsere Tourgruppe) wollten sich einige noch nicht so richtig verabschieden uns so ist unsere kleine Reisegruppe ein bisschen gewachsen.

Agnes Water (24.11 - 27.11)

In Rockhampton haben wir nur eine Nacht verbracht, da die Strecke sonst etwas zu lang gewesen wäre. Länger hätte ich dort auch nicht verweilen wollen, denn dort gibt es nichts außer Rodeo zweimal pro Woche. Und nachdem ich mir das angesehen habe, muss ich sagen, das ist auch eher langweilig…

Weiter ging es nach Agnes Water. Mein eigentliches Ziel war ja das Nachbardorf Siebzehnhundertsiebzig oder auf Englisch „Town of 1770“. Den Namen fand ich so lustig, dass ich das unbedingt sehen wollte. Die Jungs haben mich jedoch überredet in Agnes Water ein Hostel zu suchen, da dort die wahrscheinlich günstigsten Surfstunden in ganz Australien angeboten werden. So ganz begeistert war ich von der Idee zu Surfen noch nicht, aber ich wollte es mal probieren. Allerdings habe ich erwartet, dass ich absolut versage und nach einer halben Stunde halb ertrinke und abbreche… Auch das Hostel habe ich erst einmal skeptisch beäugt. Erster Eindruck: hier kann man ja nicht mal die Tür abschließen und es gibt keine Aircon!

 

Aber erste Eindrücke täuschen. Cool Bananas wurde zum besten Hostel auf der ganzen Reise (auch jetzt, eine Woche später, habe ich noch nichts Besseres gefunden). Die Stimmung war gigantisch. Es war absolut familiär. Nirgendwo war es so einfach Leute kennenzulernen. Ich habe dort bestimmt nicht die Freunde für die Ewigkeit gefunden, aber es waren einfach lustige Abende zusammen. Ich habe immerhin zum ersten Mal Kings Cup gespielt und auch den ersten Goon getrunken. Goon ist Wein, der so schlecht ist, dass sogar der Hinweis „Kann Spuren von Ei, Fisch und Nüssen enthalten“ draufsteht. Allerdings der billigste Alkohol auf der großen Insel (14$ für 4l). Selbst als das WLAN für drei Tage ausfiel und ein Unwetter einsetzte, hat das die Stimmung nicht vermiest. Im Gegenteil. Der Gemeinschaftsraum wurde voller und voller und es wurde Karten gespielt, gequatscht und eine DVD eingelegt. Alles gleichzeitig und niemand hat sich gestört gefühlt. Spätestens hier habe ich dann auch gemerkt, dass ich auf meiner Reise wohl kein Italienisch lernen werde (da wird der Januar eben etwas stressiger). 

Auch beim Surfen habe ich mich dann gar nicht so untalentiert angestellt. Die erste Welle habe ich im Stehen mitgenommen. Dieses Hochgefühl hat mich dann drei Tage durchziehen lassen. Ich war am Ende ein Berg aus blauen Flecken, der von Muskelkater zusammengehalten wurde, aber ich hatte Spaß dabei. Wenn die ersten fünf Wellen über dem Kopf gebrochen sind, weil man verzweifelt versuch das Riesensurfboard hinter diese Linie zu bringen, wird man definitiv schmerzunempfindlicher und die Nase ist auf jeden Fall auch gut durchgespült. Übrigens habe ich für drei Tage (mindestens 4 Stunden surfen täglich) immer noch weniger gezahlt als für einen Tag in der Surferhochburg etwas südlicher.

Da der dritte Tag in unserem Zeitplan gar nicht eingeplant war, hieß es danach schnelle Dusche und ab ins Auto zum nächsten Ziel. Da ich als einzige fahren darf, wurde das so zu einem der anstrengendsten Tage für mich überhaupt. Letztendlich wäre ich gern länger in Agnes Water geblieben, aber die nächste Tour war schon gebucht und bezahlt. Von Wez, einer der Surflehrer der ebenfalls im Hostel wohnt, habe ich mich dann verabschiedet mit: Highfive „I’m out of here!“ „You’re leaving today???“ Umarmung „Yeah, I guess I will come back.“ „Do that! We go more surfing.” Übrigens umart man hier ziemlich oft fast fremde Menschen. :D 

Was erst noch als Spaß gemeint war, ist mir nicht mehr aus dem Kopf gegangen und nachdem ich ein paar Tage lang tatsächlich Heimweh nach einem Hostel hatte (zum Vergleich ich hatte in fünf Monaten kein richtiges Heimweh), habe ich neu geplant und werde den Roadtrip nach der Hälfte abbrechen und zurückfahren. Ich habe zurzeit eh keine Lust mehr auf große Städte (das wird lustig im überbevölkerten Deutschland). Da bin ich lieber noch mal eine Weile in einem Dorf, das „Bleib hier!“ geschrien hat.

Für die Great Ocean Road kann ich immer noch zurück kommen. Außerdem muss ich ja eh ein zweites Mal nach Tasmanien. Schließlich steht der Overland Track ja auch noch auf meiner Bucketlist! Australien weiß ziemlich gut, wie man Leute zum Bleiben oder Zurückkommen bewegt.

Cairns bis Airlie Beach (18.11 - 23.11)

Wir hatten den wohl furchtbarsten ersten Roadtriptag, den man sich vorstellen kann. Am Vorabend wurde Abschied gefeiert und deshalb ging es mir gar nicht gut. Man kann es sicherlich auch auf den Alkohol schieben, ich jedoch denke eher, es lag an dem Schlag gegen meinen Kopf. Daher auch das blaue Auge, was eher schon eine blaue Gesichtshälfte war… Ich war völlig ausgeknockt. Erst ein warmgerührter Vanillemilchshake von McDonalds und ein Bad in den kalten Josephine Falls hat wieder etwas Leben in mir geweckt. Weiter geht’s damit, dass wir viel später als geplant in Townsville ankamen. Offenbar sind die Google Maps Zeitangaben in Australien alles andere als zuverlässig. Folglich haben wir unsere angepeilte Fähre verpasst und mussten auf die nächste warten. Dann war es allerdings schon dunkel, was die Überfahrt für mich zur schlimmsten Schiffsfahrt meines Lebens machte. Es hat ordentlich gewackelt und man hat einfach nichts gesehen. Mir war gigantisch schlecht! Und außerdem kamen wir dadurch so spät im Hostel an, dass die Küche schon geschlossen war und in der Umgebung auch keine Kneipe mehr geöffnet war. Das heißt, außer ein wenig Tomatensalat gab es kein Abendbrot (an einem Tag ohne Mittagessen). 

Danach wurde es aber von Tag zu Tag besser. Den Samstag haben wir zusammen mit Josephine und Viktor auf Magnetic Island verbracht und dabei Koalas und Wallabys gesichtet. Beim Wandern habe ich mich ein wenig verbrannt, das ist aber inzwischen auch schön nachgebräunt. Und diesmal haben wir die Fähre bei Tageslicht erwischt – viel besser. Auf dem Parkplatz hieß es dann für Josi und mich Abschied nehmen, nur um uns zwei Tage später in Airlie Beach wiederzutreffen. :D

In Airlie Beach ist dann bei mir endlich das Urlaubsgefühl eingetroffen. Das Städtchen hat mich sehr an die Städte am Mittelmeer erinnert. Am Montag wollten wir eigentlich Fallschirmspringen, was aber wegen Regen und Wind abgesagt wurde. Also hab ich einen faulen Tag verbracht. Dienstag ging es dann auf die obligatorische Whitsundays-Tour. Ich hatte ganz schön Angst vorm Segeln, da ich ja schnell Seekrank werde. Allerdings hatten wir richtig Glück mit dem Wetter. Die Fahrt hat sogar richtig Spaß gemacht und Whitehavenbeach war das natürlich auch wert. Und weil der Tag auf dem Wasser nicht anstrengend genug war, hieß es am nächsten Morgen dann um 5 aufstehen um den Fallschirmsprung nachzuholen. Ich war die ganze Zeit davor eigentlich ruhig, aber da ich die fünfte war, die gesprungen ist, habe ich kurz vorher dann doch ein mulmiges Gefühl bekommen. Wenn die anderen quasi aus dem Flieger gesaugt werden, sieht das doch ganz schön schnell und gefährlich aus. Aber es war absolut fantastisch!!!

 

Damit war unsere Zeit in Airlie Beach auch schon wieder beendet. Vor uns liegen 500km bis Rockhampton.

19 - Abschied von Cairns

Meine letzte Woche in Cairns habe ich mehr oder weniger obdachlos verbracht. Hauptsächlich bin ich bei Ngan in Clifton Beach untergekommen. Das hat mir vor allem Lernen in Wellness-Atmosphäre eingebracht. Aber immer nach einer Prüfung habe ich bei Freunden im Stadtzentrum Couch- oder auch Fußbodensurfing gemacht. Die Woche war genial, aber auch richtig hart. Teilweise bin ich früh zwischen 5 und 6 Uhr aufgestanden um vor der Prüfung schnell noch ein Kapitel zu lernen und dann abends in den Club. Ich weiß nicht, ob "bei ner Freundin auf dem Fußboden schlafen" mein Tiefpunkt oder der Auftakt meines Studentenlebens ist. Na gut, es war noch eine Yogamatte zwischen meinem Rücken und dem Fließenboden. ;) Verkatert, mit schmerzenden Rücken (oder auch schmerzenden Alles), einem absolut verbrauchten und lernunwilligen Gehirn und einem blauen Auge habe ich dann am Freitag Abschied genommen und mich auf einen 5-wöchigen Roadtrip gemacht.

Aber zurück zum wichtigsten: die Prüfungen, schließlich ist es ja ein AUSLANDSSEMESTER. Meine Vorbereitungen würde ich nicht gerade als ruhmreich bezeichnen. Und dann hat mir in Tasmanien ja auch jegliche Zeit zum Lernen gefehlt - falls ich so etwas noch einmal plane, sollte mich jemand daran erinnern, dass Reisen und Prüfungen eine schlechte Kombination bilden. Schlussendlich bin ich in in jede der beiden Prüfungen mit genau zwei Vorbereitungstagen gegangen. Oder auch etwas weniger, schließlich musste ja nach Prüfung 1 auch zwischengefeiert werden... 

Abschließend kann ich nur sagen, Prüfungen sind an der JCU bedeutend leichter als an der TUD. Ich werde im Dezember sehen, was dabei rausgekommen ist, doch bestanden wird es schon sein. Ein Hoch auf sehr nette Professoren und deren Stoffeingrenzung. Ohne das wären die Abschlussprüfungen für mich wahrscheinlich nicht machbar gewesen.

Zum letzten Mal Table-Dancing mit Josephine.
Zum letzten Mal Table-Dancing mit Josephine.

18 - Tasmanien

Die Bilder für diese Woche sind im Facebook zu finden. Es waren einfach zu viele für den Blog. Am besten immer hin und her klicken. ;)

Nach einem stressigen Tag in Cairns – ich bin aus meinem schönen, großen Haus ausgezogen – und einer kurzen Nacht, bin ich um 3 Uhr früh zum Flughafen aufgebrochen. Zwei Flüge, mit einer turbulenten Zwischenlandung, haben mich auf die kleine Insel unter der großen Insel gebracht. Und Hobart hat mich gleich richtig gut empfangen. Ich wollte mir das Taxi vom Flughafen in die Stadt mit jemanden teilen, hab also den erstbesten nach Backpacker aussehenden Typ am Taxistand angequatscht und wurde auch mitgenommen. Mein Glück: er wurde zuerst abgesetzt und hat ohne ein Wort die gesamte Rechnung beglichen. Ich habe dann bis zur nächsten Straße nur noch 2 Dollar gezahlt. Ob das Wort „teilen“ bei ihm nicht angekommen ist oder ob ich einfach nur an jemanden reiches geraten bin oder ob ich wie ein sehr armer Student gewirkt habe, kann ich nicht beurteilen.

Der restliche Abend in Hobart hat dann die Stimmung erstmal wieder etwas gedrückt. Es war verdammt kalt!!! Besonders wenn man die doch mittlerweile tropischen Temperaturen in Cairns gewohnt ist. Noch dazu bin ich an ein ziemlich schäbiges Hostel geraten – Heizung im Zimmer gab’s nicht. Letztendlich habe ich in langer Jogginghose, Kuschelsocken, T-Shirt, Jacke und mit Schal geschlafen und immer noch gefroren. Kurz vorm Einschlafen sind dann noch zwei Leute in meinem Zimmer eingecheckt, darunter ein Kerl, obwohl ich mir ziemlich sicher war, dass ich den Aufpreis für ein Mädchenzimmer gezahlt hatte – was mir inzwischen übrigens absolut egal ist. :D Meine Meinung von diesem Hostel war jedenfalls nicht besonders hoch und ich habe beschlossen, dort nach meiner Rundreise definitiv nicht wieder zu landen.

 

Tag 1 Hobart – Strahan

Morgens um 7 wurde ich vom Tourbus eingesammelt und die erste angenehme Überraschung: für die ersten drei Tage besteht unsere Gruppe nur aus elf Personen. Ich habe mich auch gleich von Anfang an ganz gut mit einer Amerikanerin verstanden, die lustigerweise das gleiche studiert wie ich und ihr Auslandssemester in Brisbane gerade beendet hat.

Die erste Etappe ging von Ost nach West einmal durch die Mitte Tasmaniens. Südlicher kann man übrigens nichts mit dem Bus erkunden, da dort ein einziger, riesiger Nationalpark ist. Gefühlt besteht ganz Tassie aus Nationalparks. Der erste, den wir besucht haben, war der Mount Field Nationalpark oder auch Country of Giants. Hier gibt es Bäume, die rein theoretisch die größten der Welt sein könnten, aber meistens zu früh umknicken. Aber nicht nur die Bäume sind in Tasmanien größer als im restlichen Australien. Die Wasserfälle – und davon habe ich hier einige gesehen – waren gigantischer, als alle anderen, die ich zuvor gesehen habe. Die ersten beiden, Horseshoe Falls und Russel Falls, beide ebenfalls im Mount Fields Nationalpark, waren noch „normal“, aber das hat sich dann von Mal zu Mal gesteigert.

Nach einem Abstecher zum Lake Saint Clare, dem tiefsten Süßwassersee auf der südlichen Halbkugel, und zum Franklin River und der damit verbundenen Geschichte über Alexander Pearce, dem Ausbrecher aus der Sträflingskolonie, der auf seiner Flucht alle Mitflüchtlinge verspeist hat und es bis heute unklar ist, wie er die starke Strömung des Franklin Rivers durchquert hat, hielten wir beim nächsten Wasserfall. Es hat so gewirkt, als ob der Nelson Falls eigentlich gar nicht regulärer Teil der Tour ist. Der Stopp war eher so nach dem Motto: „Na wenn euch Wasserfälle so gefallen, hier ist noch einer.“ Nach dem Spruch waren die Erwartungen eher unspektakulär, doch dann wurde schnell klar, wie gewaltig Wasser sein kann. Schon nach dem kurzen Augenblick, den es braucht ein Foto zu machen, waren wir absolut nass dank der Wolke aus Wassertröpfchen und miteinander reden war bei der Lautstärke auch nicht möglich.

Übrigens ist das Wasser in Tasmanien überwiegend durch eine Baumwurzelart braun gefärbt. Man kann es jedoch trotzdem bedenkenlos trinken (laut Tourguide), außer in Queenstown, eine alte Minenstadt. Queenstown ist eindeutig der Schandfleck auf der ansonsten so wundervollen Insel. Durch die Minen ist die Natur rund um die Stadt völlig zerstört und eine Regeneration nicht mehr möglich, der Fluss zählt als „toter Fluss“ und noch dazu sieht die Stadt auch einfach nicht schön aus. Allerdings haben die abgeholzten Berge den Blick frei gemacht auf einen weiteren Wasserfall. Der Horsetail Fall ist (ebenfalls laut Guide) gar nicht so oft zu sehen, oder zumindest nicht so groß. Doch da wir auch ordentlich Regen hatten, war der Wasserfall uns wohlgesinnt.

Die Nacht haben wir an der Westküste in Strahan verbracht. Diesmal hatte das Hostel auch eine Heizung. Das Highlight des Hostels schlechthin ist, dass man im Bach nebenan Schnabeltiere sehen kann. Ich habe es ein paar Mal versucht, war aber bei der Kombination aus Kälte und Regen einfach nicht geduldig genug.

 Tag 2 rund um Strahan

Heute stand die Westküste auf dem Plan. Die Lauffaulen, etwa die halbe Gruppe, haben eine Bootstour gemacht und wir sind zur dreistündigen Wanderung zum höchsten Wasserfall Tasmaniens aufgebrochen. Es war kalt und es hat geregnet! Beste Entscheidung des Tages: ich habe mir so einen Plastikponcho und eine warme Mütze gekauft. Der Weg war mehr oder weniger überflutet und es waren manchmal kleine Stunts nötig um von einem trockenen Stein zum nächsten zu springen. Etwa nach dem halben Weg war das dann aber auch egal und man ist mit seinen durchgeweichten Schuhen einfach durchs Wasser gelaufen. Es war ganz gut zu wissen, dass im Bus meine trockenen Uggs auf mich warteten, die ich ebenfalls nur für die Woche in der Kälte gekauft hatte (und für die Ankunft in Deutschland ;) ). Tasmanien hatte uns ja schon vorher mit den Riesendimensionen überrascht, aber der Montezuma Fall hat nochmal alles getoppt! Ich glaube ich bin mittlerweile ein richtiger Wasserfall-Fan…

Da der Weg auf einer alten Minenstrecke verläuft, haben wir uns eines der „Löcher im Berg“ auf dem Rückweg auch noch angesehen. Da ich keine Taschenlampe hatte bin ich zusammen mit Luke, dem Guide, unterwegs gewesen. Offenbar ist es besonders lustig, beim Reingehen nur den Boden anzuleuchten. Dort waren ja auch viele Löcher und Pfützen… Und dann erst, wenn man am Ende ist, auch die Wände zu zeigen. Die Spinnen waren groß und zahlreich!!! Ich habe nur noch den Kopf eingezogen und bin (ohne Lampe) wieder rausgerannt. Draußen hat Luke mir dann verraten, dass er das immer so macht. Am besten funktioniert das, wenn viele Leute unterwegs sind und man wegen der Schlange nicht aus der Höhle rauskommt und dann das große Gekreische beginnt…

Später ging es noch zu den Henty Sand Dunes. Noch einmal hat Tasmanien gigantische Dimensionen bewiesen. Die etwa 30 Meter hohe Düne „frisst“ nach und nach den Regenwald. Man sieht sogar noch die toten Spitzen der eingeschlossenen Bäume. Wir konnten das Meer sehen, doch zu Fuß wäre man etwa 4 Stunden unterwegs bis man es erreicht. Am Rand ging es einfach steil herunter und dort war dichter Wald.

Da es relativ anstrengend war die Düne hochzuklettern, war unsere Gruppe nur noch auf vier geschrumpft und zwei davon waren auch sehr langsam unterwegs. Als ich also mit unserem Guide allein dort oben gewartet habe, haben wir ein sehr seltsames Tier gesehen. Es war sandfarben, also wahrscheinlich kein Fuchs, und viel zu groß für eine Katze. Außerdem hat es sich nicht bewegt wie ein Hund. Einzige Lösung: wir haben einen Tasmanischen Tiger entdeckt! Offiziell seit den 30ern ausgestorben, aber viele vermuten, dass es noch welche gibt und die sich einfach nur gut verstecken. Immerhin besteht Tasmanien zu einem Großteil aus unwegsamen Nationalpark. Luke, der seit 30 Jahren in Tasmanien lebt, war sich noch nie so sicher, dass etwas ein Tasmanischer Tiger gewesen sein könnte. Viele Konjunktive, aber ich glaube einfach daran und damit war das wahrscheinlich einer der besten Tage meines Lebens!

Der Weg zurück zum Bus war dann auch nochmal ein kleines Erlebnis. Unser Guide hat mit Anlauf und einem kleinen Sprung (der sehr groß aussah) den direkten Weg, 30 Meter beinahe senkrecht, gewählt und von uns hat sich keiner getraut. Im Nachhinein ärgere ich mich wirklich darüber. Wir haben also versucht unseren Fußspuren zurückzuverfolgen und haben uns beinahe im Sand verlaufen. Angeblich waren wir die erste Gruppe, von der niemand die Abkürzung genommen hat.

Nachdem wir die Bootsfahrer wieder abgeholt hatten, haben wir noch eine alte Sägemühle besichtigt und sind an die Küste gefahren. Die Westküste Tasmaniens hat den Titel Wild West Coast wirklich verdient. Die meisten Abschnitte sind so gefährlich und voller Felsen, dass sich dort auch keine Surfer hin trauen.

Am Abend habe ich dann versucht zu lernen oder wenigstens so zu tun, als ob ich mich für meine Uniprüfungen vorbereite. Allerdings ist das auf diesem Wochentrip absolut fehlgeschlagen…

Tag 3 Strahan – Launceston

Wir haben die Westküste verlassen und uns auf den Weg ins Landesinnere gemacht. Unterwegs haben wir natürlich einen Stopp am Cradle Mountain gemacht. Dank dem „wundervollen“ Wetter haben wir den Berg allerdings gar nicht gesehen. Regen, Wind und 2°C konnten uns trotzdem nicht vom Wandern abhalten. Unterwegs habe ich sogar Schnee gesehen. Das war perfekt um mich so langsam auf Weihnachten einzustimmen. Allerdings war ich an diesem Tag nicht so gut im Tiere sichten. Sonst habe ich damit echt immer Glück! Die Wombats mussten mir gezeigt werden und selbst dann habe ich eine Weile gebraucht, um zu unterscheiden, was ein Wombat und was ein Grasbüschel ist. Als mein Grüppchen (ein Franzose, eine Amerikanerin und ich) am Treffpunkt angekommen ist, war das Wetter deutlich besser und da noch etwas Zeit war, sind wir noch einmal zum Cradle Mountain hochgefahren. Jetzt war er auch gut zu sehen. Seinen Namen hat er übrigens bekommen, da man mit etwas Fantasie ein Kind in einer Wiege erkennt.

Auf dem Weg nach Launceston haben wir noch Sheffield, Town of Murals, besucht. Mittlerweile waren die Temperaturen auch schon wie ein richtig netter Frühling. In Sheffield gibt es einen jährlichen Wandbilder-Wettbewerb. Die besten werden in einem Park und auch an sämtlichen Fassaden in der Stadt ausgestellt. Einige, ich vermute besonders alte, sind auch direkt an die Häuser gemalt.

In Launceston war dann sogar schon so etwas wie Sommer. Tasmanien nimmt das Motto: „4 Jahreszeiten in 1 Tag“ wirklich sehr ernst. Diesmal habe ich das Lernen durch Restaurant ersetzt und habe Wallaby-Pizza probiert. Wenn man ignoriert wie niedlich die kleinen Kerlchen sind, ist es auch echt lecker. Quasi das gleiche Prinzip wie mit Lamm. :D

Tag 4 Launceston – Bicheno

Nach einem Morgenspaziergang durch eine Schlucht gleich bei Launceston hatten wir eine längere Busfahrt vor uns. Da wir ab diesem Tag 24 Leute und damit ein voller Bus waren, habe ich einfach ganz frech schon am Abend zuvor meine Sachen auf dem Beifahrersitz platziert (so deutsch :D ) und mir damit den besten Platz gesichert.

In der Bay of Fire, bekannt für die roten Felsen, die allerdings nicht namensgebend waren, und einer der schönsten Strände überhaupt, habe ich mich dann auch ins eiskalte Wasser gewagt. Ich dachte ich hätte lange genug gewartet, bis alle übrigens Gruppenmitglieder die Klettertour über die Felsen begonnen hatten, aber später im Bus wurden mir von klischeehaft fotowütigen Asiaten Badebilder von mir gezeigt. :D Es war wirklich verdammt kalt und auch eine ziemlich starke Strömung, aber nachdem ich auf der Düne ja schon feige gewirkt habe, musste ich das einfach mal durchziehen!

Nach Sonnenuntergang haben wir dann in Bicheno eine Pinguintour mitgemacht. Übrigens eins der Tiere, das ich in Australien nie vermutet hätte. In keinen Grüppchen wandert man durch ein Feld runter zum Strand und beobachtet wie die kleinen Pinguine an Land watscheln. Wir haben sogar Babys gesehen! Allerdings war hier Fotoverbot, da Blitzlicht die Augen von Pinguinen stark verletzen kann.

Tag 5 Bicheno – Hobart

Am letzten Tag der Tour mussten wir viel früher raus als an den anderen Tagen. Ich weiß nicht, wie ich (absolut kein Morgenmensch!!!) es geschafft habe, zu frühstücken, mit Mutti zu telefonieren (Katze in Tierklinik L ) und immer noch viel zu früh am Bus zu stehen. Um genau zu sein so früh, dass ich den Schlüssel bekommen habe und mir wieder den Beifahrersitz sichern konnte. Hätte mich jemand gefragt, hätte ich ja Platz gemacht. Aber vielleicht dachten die „Neulinge“ auch, ich gehöre zur Tour. :D

Dann ging es zur Wineglass Bay, vermutlich das berühmteste Bild von Tasmanien, welches auch auf den meisten Reiseführern vorne drauf ist. Die Kombination aus drückender Wärme und leichtem Nieselregen hat den nur 40-minütigen Aufstieg zum Aussichtspunkt zum Härtesten der ganzen Tour gemacht, aber der Blick hat sich gelohnt.

Hier hatte ich auch noch so ein herrliches Fotoerlebnis. Alle Asiaten aus unserem Tourbus wollten ein Gruppenfoto machen (und haben damit den Blick auf die Bay völlig verdeckt). Ich war die Auserwählte, die mit mehreren IPhones Fotos geknipst hat und beim zurück geben wurde ich mit dem Kommentar „German girl! Photo with German girl!“ am Ärmel ins Bild gezogen und einer wurde hinausgeschubst und musste dann ein Bild mit mir und den übrigen Asiaten machen. Ich war übrigens auf diesem Bild die größte. :D

Außerdem haben wir uns noch das Bonorong Wildlife Sanctuary angesehen, eine Auffangstation für verletzte Wildtiere. Hier gab es endlich auch Tasmanische Teufel. Es war eine schön gemachte kleine Führung, bei der einiges über die in Tasmanien heimischen Tiere erklärt wurde. Im Anschluss ging es Kängurus füttern. J

Zurück in Hobart war ich echt traurig, dass die Tour schon vorbei war. Am liebsten wäre ich am kommenden Sonntag einfach noch einmal in den Bus eingestiegen.

Abends habe ich mich dann mit ein paar Deutschen, die ich unterwegs kennengelernt hatte, in Australiens ältestem lizensierten Pub, Hope and Anchor, verabredet. Nach vielen Jahren habe ich zum ersten Mal wieder Fish&Chips gegessen. Ich fand das damals in London echt widerlich, aber das ist ja einfach mal total lecker!

Tag 6 Hobart

Heute war ich allein in Hobart unterwegs und bin zu MONA, Museum of Old and New Art, gefahren. Wenn man auf der Fähre auf Plastikschafen anstatt Stühlen sitzt, bekommt man schon einen ersten Eindruck, was einen erwartet. Ein weiteres Indiz ist, dass man genau 99 Stufen hochsteigt, um dann mit einem Lift wieder nach unten zu fahren. Schließlich in MONA war es, als ob man im Gehirn eines absolut verrückten Menschen umherläuft. Es gab keinen Zusammenhang der Ausstellungsstücke (oder ich habe ihn nicht erkannt), es gab nicht einmal einen Weg. Ich bin mir ziemlich sicher, dass ich mich verlaufen und nicht alles gesehen habe! Ein Teil der Ausstellung war sogar ein lebender Mensch. Sein komplett tätowierter Oberkörper war tatsächlich Teil eines Museums… Selbst jetzt, zehn Tage später, kann ich eigentlich nicht fassen, was ich in MONA erlebt habe.

Abends ging es dann nochmal mit gefühlt allen Deutschen aus dem Hostel in den Pub und am nächsten Morgen leider schon wieder heim. Ja, ich sage wirklich „heim“ zu Cairns… Der Rückflug hat es dann auch beinahe geschafft mir die ansonsten perfekte Woche zu vermiesen. Erst ist mein bereits bezahltes Shuttle zum Flughafen nicht gekommen. Ich bin in Sydney gelandet und es war heiß. Es ging weiter nach Brisbane und nach einer turbulenten Landung war es wieder kalt. Mein Körper ist, was Temperaturen betrifft, inzwischen absolut verwirrt. Dann gab es ein ordentliches Unwetter und mein letzter Flug hatte zwei Stunden Verspätung. Und weil das noch nicht genug war, hat der Mann links neben mir sich den ganzen Flug über mit Duftölen die Knie und den Nacken massiert und die Frau rechts neben mir hat den ganzen Flug durchweg gebrochen. Da es so turbulent war, dass die Crew sitzen bleiben musste, kam niemand helfen. Es war also meine Aufgabe, ihr ständig neue Tüten zu organisieren. So ein furchtbarer Flug!

Endlich in Cairns (Es war übrigens wieder heiß.) habe ich es dann Gott sei Dank trotz Verspätung noch geschafft, die Österreicher zu besuchen. Die sind nämlich dann am nächsten Morgen abgereist. L

 

 

Ich hatte beim Schreiben selber das Gefühl, einen Werbetext für Tasmanien zu verfassen. Das war nicht beabsichtigt, ich bin nur einfach selbst immer noch so geflasht von dieser Insel! Der größte Teil meiner Reise liegt noch vor mir, aber ich bin ziemlich sicher, dass Tasmanien der beste Teil Australiens ist. Außerdem hatte ich so ein Glück mit meiner Tour. Wir hatten immer schöne Unterkünfte und einen fantastischen Guide. Ich bin absolut verliebt in diese Insel. Auf die Frage ob ich bleiben will (eine häufige Frage übrigens) habe ich immer geantwortet: „Nee, Australien ist mal ganz schön, aber so auf Dauer nichts für mich.“ Das hat sich hier geändert. Falls es mich mal weg aus Europa treibt, dann hoffentlich hier hin. Und ich komme auch auf jeden Fall zurück um den Overland Track zu machen. Eine 7-tägige Wanderung vom Cradle Mountain zum Lake Saint Clare durch die reine Natur. Es gibt unterwegs nichts was an Zivilisation erinnert, nicht mal Leitungswasser. Allerdings muss ich dafür noch ein bisschen trainieren.

16 & 17

Die letzte Uniwoche haben wir mit Rocky Horror im Openairkino ausklingen lassen. Natürlich waren wir passend verkleidet und haben auch fast den Kostümpreis, eine kleine Tüte Popcorn, gewonnen. Ich hab die Rocky Horror Picture Show zwar schon mehrfach live gesehen, aber es war auch mal ganz lustig, wie alle beim Film mittanzen und reinrufen.

Ganz praktisch war, dass wir danach kostenlos in den Club durften, da wir ein Kostüm an hatten. Die Halloweenfeten wurden hier schon auf Samstag vorgezogen. Nachdem ich einen Monat lang immer gefahren bin - ich wohne ja jetzt im Vorort - habe ich mir mal was gegönnt und mich ziemlich betrunken vom Taxi heimbringen lassen. 

Weiteres Highlight der Woche: ich habe meinen Roller verkauft. Wenn man ignoriert, dass ich ja auch einiges investiert habe (Reifen, Service...), habe ich sogar $40 mehr bekommen. :D

Und diese Woche hat das australische Unisystem noch einmal einen großen Pluspunkt bekommen. Im Gegensatz zum "Bulimie-Lernen" zu Hause, wurde hier richtig gut eingegrenzt, was klausurrelevant ist und auf was wir uns einstellen müssen. Das nimmt einem dann doch die Aufregung und man kann sich wieder aufs Reisen konzentrieren. ;)

Und genau das habe ich dann auch in meiner ersten Ferienwoche gemacht. Ich hatte zwei Tage lang deutschen Besuch - naja, nicht von zu Hause, aber eine Deutsche, die ich vor fünf Wochen in Darwin kennengelernt habe. Da es mittlerweile ganz schön heißt ist, hat sich das Sightseeing auf Wasserfälle beschränkt. Wir waren also noch mal bei den Fairy Falls klettern, bei den benachbarten Crystal Cascades und am nächsten Tag habe ich es dann endlich zu Millaa Millaa geschafft. Drei Versuche habe ich gebraucht!!! Auch diesmal war es wieder kurz vorm Scheitern. Wir sind schon etwa 40 Minuten auf einer Serpentinenstraße unterwegs gewesen, da war vor uns ein Stau. Der Lollipop Man hat uns dann verraten, dass vor uns ein großes Buschfeuer ist und der Wald mindestens eine Stunde gesperrt sein wird... Also sind wir rumgedreht und haben einen riesigen Umweg genommen, aber immerhin sind wir diesmal bei Tageslicht und wunderbarem Wetter angekommen.

Den Millaa Millaa Fall habe ich ja vor zwei Jahren schon besucht, diesmal habe ich den Waterfall Circuit dann noch vervollständigt und bin zu den zwei nahegelegenen Wasserfällen Zillie Falls und Elinjaa Falls gelaufen - oder eher geklettert. Die drei Wasserfälle sind nur wenige Kilometer voneinander entfernt, aber verströmen jeweils eine ganz unterschiedliche Atmosphäre. Millaa Millaa ist bekannt für das Hairflip-Foto und ist ganz gemütlich mit einer Liegewiese und kleinen Schildkröten, die man beobachten kann. Zillie war viel gewaltiger und größer, und vor allem nicht so leicht zu erreichen. Hier gab es keine Treppe mit Geländer, sondern einen lehmigen Trampelpfad steil bergab und durch dichtbewachsenen Wald. Ehrlich gesagt, weiß ich nicht, ob das wirklich ein Weg war. :D Am Wasser angekommen, konnte man auf den großen Steinen etwas umher klettern um die beste Sicht auf den Wasserfall zu bekommen. Das ganze war auf jeden Fall eine eher gefährliche Angelegenheit, aber das war es wert. Besonders schön war, dass in der Nebelwolke am Fuß den Wasserfalls ein Regenbogen zu sehen war. Für mich war Elinjaa Falls dann noch einmal eine Steigerung - ich bin echt froh, dass wir die Reihenfolge nicht umgekehrt hatten. Durch ein bisschen Glück waren wir alleine und konnten die Atmosphäre absolut genießen. Umringt vom Regenwald und im Schatten hatte Elinjaa etwas Magisches. Ich hätte mir hier auch gut kleine, umherschwirrende Feen vorstellen können.

Da die meisten internationalen Studenten direkt nach ihrer letzten Prüfung abreisen, wurde die Abschiedszeremonie für uns schon vorgezogen. Nach einer Rede vom Direktor gab es Zertifikate, Geschenke und ein absolut gutes Buffet. 

 

Am Abend habe ich dann meine Koffer gepackt, denn meine Zeit im großen Haus mit Pool ist leider vorbei. Mich treibt es jetzt erstmal weit in den Süden, nach Tasmanien. Da kann ich ja mal testen, wie gut ich noch mit Kälte klar komme. Jedenfalls musste ich mir heute erstmal Schuhe kaufen, da in Tasmanien noch kein Flipflop-Wetter ist und ich bin auch ganz froh, dass ich meine Fließjacken noch nicht per Post heimgeschickt habe (wenn ich an die Rückreise denke, habe ich mittlerweile ein kleines Kofferproblem). Außerdem habe ich bemerkt, dass ich nicht genügend Socken für eine ganze Woche mitgenommen habe. Aber mehr über das "Kälteproblem" dann nächste Woche ...

14 & 15

Ja, ich gebe zu, dass ich letzte Woche etwas zu faul zum Bloggen war. Aber ich bin dank Uni (und den ganzen Sachen, die ich unternehmen "musste") einfach nicht zum Bilder bearbeiten gekommen.

Da ich ja jetzt Autobesitzer bin, können wir endlich zu den ganzen wunderbaren Kleinigkeiten rund um Cairns fahren. Besser spät als nie. Folglich war am Samstag in Woche 14 eine große Tour geplant um die Wasserfälle im Süden abzuklappern. Durch diverse Soziale Medien wurden auch die verbleibenden zwei Sitze im Auto noch gefüllt. So leicht kann man hier neue Leute kennen lernen. :D Als eine 18-jähriges, frisch in Australien angekommene Deutsche einstieg, war mein erster Satz: "In Deutschland hätte ich nie anonym online Mitfahrer gesucht." Ihre Antwort: "In Deutschland wäre ich da auch nie eingestiegen!" Ich bin mir nicht sicher, ob das Grundvertrauen in Fremde in Australien größer ist, oder ob bei dem Klima nach einer Weile einfach alles egal ist. :D

Der Tagesplan war: Cairns - Behana Gorge - Babinda Boulders - Josephine Falls - Millaa Millaa Falls - Carins. Für das ganze sitzt man etwa vier Stunden im Auto und muss natürlich immer noch etwas Zeit zum Wandern oder Baden oder Fotos machen einplanen. Geschafft haben wir: Cairns - Behana Gorge - Babinda Boulders - Cairns. (Hier hätte ich jetzt gern den Affen-Smilie, der sich die Augen zuhält. :D ) Das Wetter war uns nicht ganz so wohlgesonnen. Mit Wolken kann man ja leben, Regen ist ja prinzipiell auch egal, wenn man eh im Wasser ist. Wenn man aber aus dem Wasserfallpool rauskommt - und Wasserfälle sind immer verdammt kalt - und nur ein durchgeweichtes Handtuch und nasse Schuhe hat, dann friert man und es wird einfach nicht besser... Ja, ich weiß, dass ich Deutschland schon die ersten Schneeanzeichen da sind, aber ich frier mittlerweile auch bei 24°C wenn die Sonne mal kurz hinter den Wolken verschwindet...

Jedenfalls haben wir nur Behana Gorge und Babinda Boulders besucht und sind danach nach Hause um eine warme Dusche zu nehmen. Es war trotzdem ein sehr schöner Tag. :)

Auch in Woche 15 ging es mit Wasserfällen weiter. Diesmal die Fairy Falls, die nur 3 km von meinem neuen Heim entfernt sind. Der Pool ist zwar so klein, dass man kaum schwimmen kann, aber dafür haben mutige Kletterer ein (nicht gerade bequemes) Seil aufgehangen. Nach zwei Stunden Rumturnen haben wir zwar alle geniale Fotos, aber auch viele blaue Flecke, die uns noch eine ganze Weile an die Fairy Falls erinnern werden.

Abends hatte ich dann zu einem Barbecue geladen. Meine schöne, große Terrasse muss ja auch mal genutzt werden. :) Highlight war mein Vanillepudding-Mousse au chocolat-Erdbeer-Kompott. Man muss sich ja auch mal was gönnen. ;)

Weil die blauen Flecke noch nicht genug sind, haben wir uns am Samstag dann auch noch den Muskelkater unseres Lebens verpasst. Wir sind auf die größte freistehende natürliche Pyramide gestiefelt. Vom den 922 Metern hat man eine gigantische Aussicht, aber die muss man sich erstmal erarbeiten. Der Weg ist (wenn vorhanden) steinig und steil. Ich bin unterwegs gefühlt dreimal gestorben, weil meine Lunge noch mit der Grippe von letzter Woche zu kämpfen hatte. :-/ Einmal jährlich ist hier ein Wettbewerb, wer die Pyramide am schnellsten meistert. Quasi wie ein Cross-Lauf. Wir sind uns nicht sicher, wie Leute auf diesen Wegen joggen können... Als es dann nicht mehr ganz so steil war und tatsächlich so etwas wie ein Trampelpfad vor uns lag, habe ich auch erstmal eine Schlange gesehen. Oben angekommen, wurden natürlich die Oben-Ohne-Bilder geschossen, für die die Pyramide berühmt ist.

Auf dem Rückweg haben wir dann zum zweiten Mal versucht, zum Millaa Millaa Wasserfall zu fahren. Diesmal war nicht das Wetter schuld, dass wir nicht angekommen sind, sondern eine Kombination aus sehr unzuverlässigen Zeitangaben des Navis und unserem Verlangen nach kalten Getränken und dringend benötigtem Zucker, was uns erstmal zu McDonalds geführt hat. Als wir bemerkt haben, dass wir definitiv nicht im Hellen bei dem Wasserfall ankommen werden, sind wir umgedreht, zu einem Dorffest. Am Anfang sah das doch sehr langweilig aus, aber dann hat ein absolut geniales Akrobatenpaar eine Show angefangen, die uns bis zum Ende gefesselt hat.

Lektionen des Tages: Klettern sollte man im Winter; wenn man es doch in der Hitze macht, dann sollte man mehr als 2 l Wasser dabei haben; und die besten Dinge sieht man, wenn man nicht plant, sondern einfach mal anhält! 

DREIZEHN

Der Alltag hat mich wieder...
Und passend dazu rücken auch alle Abgabetermine immer näher und näher. Langsam müssen alle Berichte fertig werden, doch meine australischen Mitstreiter sind offenbar nicht allzu motiviert. Aber immerhin loben sie mich für den Stil meiner Arbeit. Also hat sich mein Englisch entweder wirklich deutlich verbessert oder aber sie sind einfach nur zu faul mich zu verbessern. Ich hoffe allerdings das das erste zutrifft. :D

 

Passend zur Lernperiode könnte man meinen, ich sei spießig geworden. Der Roller wurde gegen ein Auto (natürlich mit Klimaanlage) und das billige Zimmer im Partyviertel gegen ein Haus mit Pool im Vorort eingetauscht. Heute Abend bekomme ich auch noch zwei Mini-Hunde. :) Die sind aber auch dringend notwendig, ich habe mich in den letzten Tagen schon ein bisschen einsam gefühlt. Ansonsten ist das ein sehr, sehr schönes Haus. Besonderes großer Pluspunkt für den Geschirrspüler! Und ich habe endlich wieder eine Küche, in der man beim Kochen nicht von Mücken gefressen wird. Einziger Nachteil: Am Samstag bin ich nach dem Club noch fast eine Stunde Auto gefahren (habe dabei aber auch für alle Taxi gespielt). Ohne Umwege sollten es nur 25 Minuten sein.

ZWÖLF - Spring Break

In meiner freien Woche habe ich den Norden Australiens erkundet, bevor es dort zu heiß wird. Also ging es am Samstag mit dem Flieger Richtung Darwin und ich musste feststellen, dass es dort definitiv schon zu heiß ist. Das hatte jedoch auch einen Vorteil: viele Backpacker haben Darwin schon verlassen und somit waren die Hostels relativ leer, das heißt die Zimmer waren nur halbvoll und am Pool konnte man auch noch einen Schattenplatz finden. 

In Darwin habe ich dann am Sonntag wahrscheinlich alles gesehen, was es dort zu sehen gibt. Ich war an der Waterfront (quasi die "Skyline"), in Tunneln aus dem Zweiten Weltkrieg und in einer Krokodilfarm. Wirklich genießen konnte man bei den Temperaturen nichts, aber es war ganz interessant. Abends bin ich dann mit ein paar Mädels aus dem Hostel zu den Sunset Markets gegangen. Dort gibt es hauptsächlich Stände mit Essen aus der ganzen Welt und noch ein bisschen typischen Touri-Kram. Mit mexikanischen Burritos haben wir uns an den Strand gesetzt und einen wundervollen Sonnenuntergang angesehen, danach sind wir noch bei einer fantastischen Band (Schlagzeug und Didgeridoo) hängen geblieben. Im Vergleich zu Cairns bleibt das Partyleben in Darwin jedoch etwas auf der Strecke, denn mehr als einen Pub haben wir danach nicht mehr gefunden.

Nach einem faulen Tag am Pool wurden die Sachen wieder gepackt. Mit drei weiteren Mädels, die ich auf Facebook gefunden habe, ging es auf einen Roadtrip. 4 Tage, 4 Nationalparks und etwa 1200 km lagen vor uns.

Tag 1 - Litchfield

Erster Halt war im Litchfield Nationalpark. Neben gigantischen Termitenhügeln gibt es hier vor allem Wasserfälle. Da man bei einigen auch in Wasser springen konnte und wir noch nicht ganz an die Hitze gewöhnt waren, haben wir ganz schön die Zeit vergessen. Letztendlich mussten wir die letzen 200 km durchs "Nirgendwo" im Dunkeln fahren, was absolut nicht empfohlen wird und man ist mit dem Mietwagen nachts auch nicht versichert, da die Kängurus dann gerne mal auf die Straße hopsen. Außerdem sollte man den Satz "Noch halbvoll, wir fahren bis zur nächsten Tankstelle!" in Down Under nicht mal denken. Laut den meisten Karten und Einteilungen beginnt das Outback zwar offiziell erst südlich von Katherine, aber es hat sich schon verdammt wie Outback angefühlt. Neben fehlenden Städten, Tankstellen und Handynetz wurde auch der Radioempfang immer schlechter. Bei der ständigen Suche nach Musik oder wenigstens etwas, was nicht rauscht, sind wir schließlich auf einen Schlagersender gestoßen, auf dem 99 Luftballons von Nena lief. Deutsche Musik war wahrscheinlich das, was wir hier am wenigsten erwartet haben. 

Tag 2 - Katherine Gorge

Hier war ich endlich bei meinem Hauptgrund für die ganze Darwinreise angekommen. Katherine Gorge ist eine Art Canyon, in dessen Fluss man im Normalfall noch hätte Kanufahren dürfen. Allerdings hat die Regenzeit dieses Jahr bedeutend früher angefangen und somit sind schon die ersten Salzwasserkrokodile gesichtet worden. Also haben wir Kanu gegen die sichere Fähre eingetauscht und während wir warten mussten, sind wir den ganzen Berg hoch zum Aussichtspunkt gewandert. Es waren ja nur 38°C. Der Ausblick hat sich aber definitiv gelohnt und von oben haben wir auch tatsächlich das Krokodil gesichtet. 

Nach der absolut wundervollen, atemberaubenden Bootsfahrt haben wir dann beim Mittagessen Gesellschaft von drei Kängurus bekommen. Theoretisch waren sie zwar wild, aber sie haben sehr zutraulich gewirkt. Das Größte hat sogar so gewirkt, als ob es mir gleich mein Essen klauen will. Wahrscheinlich werden die drei öfters mal von Besuchern gefüttert.

Danach ging es zum Abkühlen in die Hot Springs von Katherine - klingt erstmal komisch, aber eigentlich war es nur ein lauwarmer Bach mit glasklarem Wasser. Perfekt zum Entspannen.

Tag 3 - Edith Falls, Kakadu I

Am Morgen sind wir einmal um die Edith Falls (ein dreietagiger Wasserfall) rundrum spaziert, also besser gesagt bis ganz hoch und auf der anderen Seite wieder zurück. Ein Glück, dass man immer mal Baden gehen konnte, denn es ging ganz schön steil bergauf.

Später ging es dann in den Kakadu Nationalpark, der laut einigen Webseiten der schönste in ganz Australien sein soll. Hier haben wir einen extremen Widerspruch erlebt: die meisten der Offroad-Straßen zu den schönsten Orten waren wegen der zeitigen Regenzeit bereits gesperrt, was uns relativ egal war, da wir eh kein Allradwagen hatten, und andererseits haben wir überall Rauchsäulen wegen Buschfeuern gesehen. Einmal hat sogar ein Baum direkt neben der Straße gebrannt. Außerdem habe ich hier fast ein Känguru überfahren. :(

Wir sind dann noch zu zwei Aussichtspunkten gewandert und ich habe den für mich zweitschönsten Ort in Australien gefunden. Ironischerweise war dort der Kameraakku leer, aber es war oben auf dem Berg, den man bei dem Selfie im Hintergrund sieht. Der Ausblick war einfach nur gigantisch - eine endlose Weite mit nichts als Wald und Klippen.

Tag 4 - Kakadu II, Mary Rivers

Nachdem wir an Tag 3 den südlichen Teil von Kakadu durchquert haben, fuhren wir auf dem Rückweg nach Darwin durch die nördliche Hälfte. Es ist der Wahnsinn, wie unterschiedlich die beiden Teile sind. Hier war schon deutlich mehr Regen gefallen und es sah alles deutlich grüner aus. Neben der Straße waren große Teile des Feuchtgebietes schon von Wasser überflutet. An zwei Stellen war sogar die Straße überflutet, das hat uns aber nicht aufgehalten.

Zuerst besichtigten wir Ubirr, einen Ort mit sehr gut erhaltener Felsmalerei und später wollten wir noch eine weitere Fahrt auf einer Fähre buchen, die uns sehr empfohlen wurde, um auch die Tierwelt von Kakadu zu erleben (hauptsächlich Vögel und Krokodile). Allerdings wurde vor uns ein Touri-Bus ausgekippt und somit war auf der Fähre kein Platz mehr frei, oder aber der Fahrer war einfach nur extrem unfreundlich und wollte uns nicht mehr mitnehmen.

Da wir nun etwa eine Stunde übrig hatten, beschlossen wir auch noch im Mary River Nationalpark anzuhalten und um den Bird Billabong, einen See, zu wandern. Es war vielleicht schon von vornherein nicht die beste Idee unter Zeitdruck und bei den Temperaturen eine 4 km Tour zu machen. Allerdings dachten wir, dass ja kein Berg auf uns wartet und das somit machbar ist. Falsch gedacht. Es war unbeschreiblich heiß! In dem Tal stand die Luft und die Sonne hat einen nahezu ohne Schatten einfach nur gebraten. Der See war übrigens auch fast komplett ausgetrocknet. Und als wir etwa dreiviertel der Strecke geschafft hatten, war der Weg dann einfach weg. Es sah aus wie eine Kreuzung und in beiden Richtungen hat der Weg nach wenigen Metern einfach aufgehört...

Wir hatten drei Möglichkeiten: die ganze Strecke zurück (das Wasser war alle und wir hatten theoretisch nur noch fünfzehn Minuten, bis wir wirklich los mussten, um pünktlich am Flughafen zu sein), quer durch den Wald in die Richtung, wo wir den Parkplatz vermuteten (allerdings sah wirklich alles gleich aus) oder quer durch den ausgetrockneten See zurück zu dem Teil des Weges, auf dem wir gekommen waren. Letztendlich haben wir uns für den See entschieden. Wir haben einfach gepokert, dass die Krokodile, vor denen mehrere Schilder gewarnt haben, sich in dem bisschen Wasser in der Mitte aufhalten. 

Zurück am Parkplatz haben wir auch keinen zweiten Weg, der dort ankommt gefunden. Das letzte Stück des "Rundganges" scheint einfach verschwunden zu sein.

 

Am Abend in Darwin hat die Mietwagenagentur mir dann noch ganz schön den Tag vermießt. Ich habe den Wagen im Zentrum abgeholt, wollte ihn aber am Flughafen abgeben. Jedoch hat kein Mitarbeiter es für nötig gehalten, mir zu sagen, dass sie gar kein Flughafenbüro besitzen. Ich habe ungefähr zehn verschiedene Flughafenarbeiter befragen müssen, wo ich denn das Auto loswerde und ich wurde immer wieder zu demselben falschen Parkplatz geschickt... Als die Zeit langsam knapp wurde bin ich sogar zum Check-In gerannt, um meine Tasche aufzugeben und hab mich danach weiter auf die Suche gemacht. Letztendlich konnte mir ein Mann den winzigen Briefkasten zeigen, in dem man den Schlüssel zurückgibt. Es gibt dort tatsächlich keinen Mitarbeiter, der sich das Auto mal anschaut. Und meine Kaution habe ich bis heute auch noch nicht zurück. Mal sehen was das noch wird...

Am Ende war ich halb verhungert und durchgeschwitzt (es waren ja schließlich wieder 38°C) 35 Minuten vor Abflug an der Sicherheitskontrolle. Gewaschen und umgezogen (immerhin war ich darauf vorbereitet :D ) habe ich dann bei Burger King so lange auf mein Essen warten müssen, dass ich den Burger einfach mit ins Flugzeug genommen habe. Aber ich habe das Gefühl, dass die Australier Innlandsflüge eh nicht so ernst nehmen. Ich habe zum Beispiel auf der ganzen Reise auch nicht einmal meinen Reisepass zeigen müssen. :D

Back in Cairns

Am Wochenende hat sich dann unser Grüppchen Internationaler Studenten fast komplett wieder in Cairns eingefunden. Beim Barbecue war von jedem zu hören, wie sehr er Cairns vermisst hat, obwohl die Reise natürlich schön war. Wir sind jetzt genau ein viertel Jahr hier und die Stadt oder vielleicht eher der Lifestyle hier hat sich eindeutig bei allen ins Herz geschlichen.

ELF

Diese Woche schreibe ich etwas eher als sonst, denn gleich steige ich in den Flieger für meine Spring-Break-Ferien. 

Aus meiner "tollen" Unterkunft - liebevoll auch Loch genannt - bin ich heute ausgezogen. Gott sei Dank, denn in letzter Zeit haben sich die Tierbesuche gehäuft und der Vermieter hat es in sechs Wochen nicht geschafft, meinen Deckenventilator zu reparieren und jetzt wird es doch ganz schön heiß in Cairns, oder wie die Australier sagen: "Endlich Frühling!" 

Nachdem in der Uni in dieser Woche noch einige Meilensteine erreicht werden mussten, konnte ich gestern in meinen ersten Spring Break reinfeiern und jetzt geht es ab nach Darwin. 

So. Das war nur ein kurzes Lebenszeichen, denn ich muss jetzt los. ;)

ZEHN

Wie letzte Woche angekündigt, ging es am Donnerstag aufs Boot. Mittlerweile habe ich auch genügend Übung, sodass mir schon fast nicht mehr schlecht wird. ;) Trotzdem wird beim Start jedes mal eine vorbeugende Tablette gegen Seekrankheit eingeworfen. Ich bin diesmal nur geschnorchelt. Tauchen ist so eine Sache, die ich in meinem Leben eher nicht wiederholen werde.

Am Riff haben wir dann an zwei verschiedene Stellen Halt gemacht. Die erste war im tieferen Gewässer und bot die gesamte Riff-Vielfalt. Das Highlight hier war, dass ich eine gefühlte Ewigkeit mit einer Schildkröte geschwommen bin. Josi nimmt es mir ein bisschen übel, dass ich Schildkröten immer nur sehe, wenn sie nicht dabei ist. Aber es war ja nicht meine Entscheidung, dass sie den ersten Tauchgang mitmacht und mich alleine lässt. :D

Als dann der zweite Tauchgang ausgerufen wurde, der nur für lizenzierte Taucher war, gab es gerade mal zwei Teilnehmer. Also wurde das Speedboot, welches die Taucher an eine bessere Stelle bringen sollte (irgendwas mit Höhlen oder so), mit guten Schwimmern aufgefüllt. Ich weiß bis heute nicht, wer aus die Idee kam, mich in ein Speedboot mitten im Ozean zu setzen. Aber ich habe es überlebt. Wir wurden dann auf halber Strecke ausgesetzt und sollten zurück zum Katamaran schnorcheln und dabei "immer schön am Rand vom Riff bleiben". Diese für Taucher typische Rückwartsrolle vom Bootsrand ist mit einem Schnorchel übrigens ziemlich unpraktisch und sieht vermutlich nicht halb so elegant aus, aber der Typ vom Boot hat sich das auch von allen Schnorchlern gewünscht. Der Rückweg war anstrengend, aber hat sich definitiv gelohnt, denn wir haben riesige Fische gesehen, die angeblich ziemlich selten sind.Der zweite Halt war in der Nähe einer kleinen Sandbank. Hier war das Wasser etwas flacher und durch den Sand war alles etwas trüb. Aber die schlechte Sicht wurde von einer 50% Hai-Wahrscheinlichkeit entschädigt. Ich habe auch tatsächlich zwei gesehen. Oder den gleichen zweimal.

Da Schorcheln ziemlich durstig macht, vor allem wenn man nicht so talentiert ist und immer mal Salzwasser einatmet, wurde auf der Sandbank eine Minibar eröffnet. Ich wurde zwar gezwungen Bier zu trinken, weil der Cider schon alle war (es gab tatsächlich nur Alkohol), aber bei dieser Kulisse schmeckt einfach alles, solange es gut gekühlt ist.

 Am Tag darauf hatte ich meine zweite Miniprüfung in der Uni. Die Ergebnisse sind zwar noch nicht da, aber es lief gut. Zur Belohnung habe ich mir zwischen Uni und Kino mal eben einen lang gehegten Wunsch erfüllt und etwas Metall zu meinem Ohr hinzugefügt. 

NEUN

Und da haben wir es endlich geschafft, eine Tour zum Riff zu buchen. Wird ja langsam mal Zeit, immerhin ist das schon Woche neun. Darüber werde ich dann mit hoffentlich vielen, vielen schönen Bildern nächste Woche schreiben.

Der kurze Weg zum erstbesten Reisebüro ist allerdings nicht der Grund, warum ich mich so verspätet melde. Mein Laptop hatte sich verabschiedet und mit dem Handy bin ich einfach nicht in die "Blog schreiben"-Funktion rein gekommen... Gott sei Dank war die Reparatur erfolgreich und ich muss nicht in einen Neuen investieren. Das wäre tödlich für das Reisebudget! Allerdings musste ich 24 Stunden lang bangen, ob meine Daten noch existieren. Ab jetzt wird jedes Australienfoto direkt in die Cloud geladen, damit mir das nicht nochmal passieren kann.

Ansonsten war die Woche eher ruhig. Wir waren mal wieder viel in der Stadt unterwegs. Und dabei haben Josi und ich das genialste Eis überhaupt gefunden. Das wird mit flüssigem Stickstoff frisch nach jeder Bestellung zubereitet. Interessant anzuschauen und extrem lecker!

Außerdem habe ich eine schöne Salsa-Fete in der Pier Bar gefunden. Wöchentlich mit guter Livemusik. Da kann man mal zu was anderem als Clubmusik das Tanzbein schwingen. Die Abwechslung war auch dringend mal nötig. Ich habe nämlich langsam das Gefühl, dass ich ich die Playliste vom Woolshed mittlerweile auswendig kann. Und das, obwohl dort eigentlich immer ein DJ steht...

Am Wochenende war Cairns dann rappelvoll. Wir haben nicht ganz durchschaut, warum die Leute aus ganz Australien für ein Pferderennen anreisen, aber das scheint hier wohl was besonderes zu sein. Und dass diese Leute auch noch mit Geld um sich werfen, wurde in der Stadt direkt ausgenutzt und die Clubeintrittspreise wurden um 50% erhöht!!! Doch davon haben wir uns nicht abschrecken lassen und sind nach einer Hausparty auch noch losgezogen. Vorher wurde natürlich noch ein obligatorisches Gruppenselfie geschossen. ;)

ACHT

Herrje diese Woche bin ich aber wirklich spät dran! Aber ich habe eine gute Entschuldigung: Gestern war meine erste Prüfung, da schreibt man am Abend vorher keinen Blogeintrag.

Diese Woche habe ich endlich mal wieder etwas unternommen. Am Samstag verbrachte ich einen halben Tag zusammen mit Josi, eine Studentin aus Dänemark, in Kuranda, einem Bergdorf etwa eine halbe Stunde entfernt von Cairns. 

Kuranda ist vor allem bekannt für die unzähligen kleinen Märkte, auf denen es von leckerem Essen, über Schmuck bis hin zu selbstgenähter Kleidung einfach alles gibt. Der schönste Markt, der Rainforest Market, strahlt dabei auch noch einen gemütlichen Hippieflair aus. Dort gibt es einen Schmuckstand, an dem wir schon vor zwei Jahren die Zeit vergessen haben und ja Mutti, ich habe deine Einkaufsliste abgearbeitet. ;)

In einem der Märkte befindet sich ein Koala Garten, wo man mit Koalas kuscheln und Kängurus füttern kann. Das konnten wir uns natürlich nicht entgehen lassen! Oben ist das eindeutig beste Bild von diesem Ausflug zu sehen. Das ist übrigens ein Wallaby und kein Känguru. Zum Vergleich habe ich unten mal beide nebeneinander eingefügt.

Bilde ich mir das eigentlich nur ein oder wird mein Deutsch von Woche zu Woche schlechter? Ich starre manchmal minutenlang einen Satz an und denke mir, das klingt ja völlig doof, aber ich bin völlig unfähig es umzuformulieren. :'-D

Etwas muss ich noch hinzufügen: Diese Woche ist Halbzeit!!! Nicht von meinem gesamten Aufenthalt, nur vom Semester. Die Zeit rennt! Ich bin ja schon fast wieder in Deutschland...

SIEBEN

Diese Woche war ganz schön viel los - auch ohne Cairns verlassen zu müssen. Die Münchner sind angekommen. Das war ganz schön ärgerlich, dass ausgerechnet diese Woche der Abgabetermin für die Seminararbeit in Deutschland war. Folglich konnte ich nicht so viel Zeit mit der Familie verbringen, wie ich gern wollte. Und dann hatten wir auch die erste Geburtstagsfeier in unserer internationalen Gruppe. Ich fühle mich, als ob ich mich die Woche hätte zerteilen müssen. 

Laura, eine Österreicherin, hatte am Dienstag ihren 22. Geburtstag und da die meisten von uns dienstags frei haben, trafen wir uns schon mittags an der Lagune, um das (endlich wieder) sommerliche Wetter zu genießen. Ich hoffe ich habe die anderen nicht gestört, da ich fast die ganze Zeit am Laptop gearbeitet habe :-/ Um meine Ergebnisse für meine Gruppe in Deutschland online zu stellen, bin ich dann etwas eher gegangen und durch einen wunderbaren Zufall wurde ich auf der Straße von einem Promotionmädel angequatscht, die kostenlose VIP-Tickets für den Club verteilt, wo wir an diesem Abend sowieso hingehen wollten. Als ich ihr sagte, dass wir heute Geburtstag feiern, habe ich sogar zehn Stück bekommen. Manchmal muss man einfach Glück haben :-D

Unter der Woche machen viele Clubs hier generell eine Menge Aktionen, um Leute anzulocken. Das heißt: zusätzlich zum freien Eintritt war auch noch "Ampelparty", also roter Sticker an Vergebene, grüner an Singles und gelb für alle, die es nicht so genau wissen. Und weil das noch nicht genug war, gab es fünf Sekt für jede Dame umsonst und an der Bar war generell Doppeldecker angesagt. Als das Geburtstagskind dann noch ne Runde Tequila kippen wollte, war vorprogrammiert, dass ich am nächsten Tag in der Uni leiden werde! Und so war es dann auch...

Krönender Wochenabschluss war natürlich Katrins Hochzeit. Die beiden sahen wunderschön aus und die Zeremonie war ganz toll. Alles war etwas lockerer als in Deutschland. An diesem Wochenende war auch das Stadtfest in Cairns und so gab es später noch ein schönes Feuerwerk, auf das wir die perfekte Sicht hatten. Alles in allem ein gelungener Abend :)

SECHS

Etwas verspätet kommt der Bericht über eine eher ereignisarme Woche.

Neben ziemlich viel Arbeit für die Uni gab es in letzter Zeit den einen oder anderen Mädelsabend - Film schauen, Kuchen backen und jede Menge Geschnatter ;) 

Am Samstag war in Cairns dann das Tropical Wave Festival. Da wurde der Schreibtisch mal gegen Gesellschaft und Sonnenschein eingetauscht. Danach sind wir noch über den wöchentlichen Markt an der Esplanade mit wunderschönen Schmuck und anderen Krimskrams geschlendert. Und da wir einmal in Marktstimmung waren, ging es auch noch zu Rusty's, wo es Berge aus frischem Obst und Gemüse gibt.  

Nachdem ich den halben Sonntag verschlafen hatte (am Abend davor ging es mal wieder Tanzen), musste ich nochmal produktiv werden. Immerhin sitzt mir ein Abgabetermin für eine Hausarbeit an der TU im Nacken. Und weil endlich wieder schönes Wetter ist, hab ich mir den Laptop geschnappt und bin an die Lagune gewandert - jetzt wohne ich ja auch nah genug :)

Den Abend habe ich bei Katrin und Karl verbracht. Da alle Gäste nun eingetroffen sind, ist das Haus ganz schön voll, besonders mit den vielen Kindern, und der Hochzeitscountdown läuft. 

 

Ach ja, den bunten Schmetterling habe ich Samstag Nacht - oder eher Sonntag Morgen - auf dem Heimweg gefunden. Der war ungefähr so groß wie eine Hand! Und es war noch nicht taghell. Diesen Eindruck verdanke ich nur dem Blitz beim fotografieren ;)

 

FÜNF

Nachdem ich in der letzen Woche nicht viel für die Uni gemacht habe, musste ich diese Woche doppelt arbeiten. Meine Wochenhighlights waren deshalb nur ein Kinobesuch und die Nightmarkets in Cairns. 

Am Samstag bin ich dann in meine neue Bleibe umgezogen. Die "komfortablen" neun Quadratmeter sind ganz ordentlich, jedoch sind die Gemeinschaftsräume ziemlich heruntergewirtschaftet und man schaut besser nicht so genau hin. Und dafür zahle ich noch umgerechnet circa 300 Euro. Allerdings ist das in Cairns ein gigantisches Schnäppchen! 

Das beste ist die Lage der Wohnung. Einige der anderen internationalen Studenten wohnen nur zwei Straßen entfernt und bis ins Stadtzentrum läuft man auch nur zehn Minuten. 

Da ich aufgrund des Umzugs die anderen nicht zu Mission Beach begleiten konnte, wurde dann nach deren Rückkehr noch gefeiert, dass ich jetzt auch im Zentrum wohne. Und da es hier offenbar üblich ist, am Abend mehr als einen Club zu besuchen, werde ich das Geld, das ich bei der Miete spare, wohl in Eintrittsgelder investieren. Hoffentlich hinterlässt Stempeltinte keine bleibenden Schäden, denn mein Arm ist ganz schön voll damit. :D

VIER

Beim Bearbeiten der Fotos von dieser Woche ist mir aufgefallen, dass sie alle nur vom Wochenende sind... Was ist also unter der Woche passiert: Ich habe in den ersten Tagen viel für die Uni gemacht, um mir das Wochenende freizuschaufeln. Außerdem hat sich meine anfangs leichte Erkältung als Angina geoutet. Das hatte ich ja dieses Jahr noch nicht oft genug... 

Immerhin habe ich jetzt auch einen Arztbesuch im Ausland hinter mir. Und keine Sorge - ich bin wieder völlig fit!

Cape Tribulation

Am Freitag machten wir, zehn internationale Studenten, uns auf den Weg in den Daintree Nationalpark. 

Nachdem wir von unserem ersten Zwischenstopp verjagt wurden, da wir in einem Luxusresort standen und nicht am öffentlichen Teil von Mossman Gorge, wurde dieser Punkt von der Tagesordnung gestrichen. Es gab auch noch genug anderes zu besuchen ;) Nächster Halt war die Daintree Icecream Company. Das gigantisch leckere Eis aus exotischen Früchten habe ich vor zwei Jahren schon kosten können und natürlich wollte ich den Geheimtipp den anderen nicht vorenthalten. 

Und dann ging es tiefer in den Regenwald hinein. Vom Handyempfang und Internet haben wir uns für die nächsten drei Tage verabschiedet. Unser Ziel war das PK's Jungle Village am Cape Tribulation, der Ort, an dem sich Riff und Regenwald treffen.

Für den Abend hatten einige von uns einen Nightwalk durch den Regenwald gebucht. In erster Linie sahen wir jede Menge Spinnen, aber auch einige schlafende Schmetterlinge, zwei Echsen und auch zwei Waldratten. Die waren ziemlich süß und fluffig :) Ich kann mich auch zwei Tage danach immer noch nicht entscheiden, ob das beste ein im Dunkeln leuchtender Pilz, der hohle Baum, in dessen Mitte man stehen und nach oben sehen konnte, oder der unfassbar klare Sternenhimmel fernab der Zivilisation war. 

Nach einer Nacht in einem gigantisch unbequemen Hostelbett wurde uns klar, was Regen im Regenwald bedeutet. Er kommt plötzlich, der Übergang von Niesel- zu Starkregen passiert in Sekunden und genauso schnell klart es dann auch wieder auf. Und das mehrmals am Tag. 

Trotzdem waren sieben von uns verrückt genug, sich auf eine stundenlange Wanderung auf einen Berggipfel zu begeben. Und das, obwohl die Aussicht durch viele Wolken nicht viel versprach.

Da ich noch leicht angeschlagen war, plante ich eher einen Standspaziergang mit deutlich weniger Steigung. Begleitet wurde ich von Laura und Christoph, zwei Österreichern. Wir erkundeten in den Regenpausen den Strand, an dem vor einigen Wochen eine Frau von einem Krokodil gefressen wurde. Gesehen haben wir keines. Ansonsten verbrachten wir mit Billard und Monopoly einen herrlichen Urlaubstag.

 

Die anderen kamen am späten Nachmittag dann ganz schön nass und schlammig, aber unversehrt zurück ins Hostel.

Als am Sonntag das Wetter nicht besser wurde, reisten wir ab. Keiner hatte mehr trockene Sachen übrig :D Natürlich hielten wir bei einigen Aussichtspunkten entlang der Küstenstraße, noch einmal bei der Icecream Company, immerhin wechseln die angebotenen Sorten täglich, und in Port Douglas. Zufällig waren dort gerade Sunday Markets und somit hatten wir noch was zum anschauen. 

Das absolute Highlight auf dem Rückweg waren die beiden Cassowaries, die uns vors Auto liefen und dann in aller Ruhe direkt neben unserem Auto Beeren aßen. 

Zurück in Cairns wollten alle nur noch die Füße hochlegen und ausspannen. Die Kombination aus Wandern und unbequemen Betten merkt man doch stärker als erwartet. 

Nach einem wunderschönen Wochenende geht's morgen wieder in die Uni und am Abend werden weitere Reisepläne geschmiedet. 

DREI

Die erste Woche in der Uni habe ich geschafft. Ja, es ist ganz schön anstrengend auf Englisch, aber nicht unmöglich. Und wie immer war ich in der ersten Woche des Semesters ordentlich erkältet...

Hier ein paar Impressionen von der Uni. Die JCU ist im Vergleich zur TU Dresden ziemlich klein, aber sehr schön. Die Gebäude sind modern, die Kurse sind alle sehr klein und mitten durch den Campus geht ein Streifen Regenwald.

Der unifreie Tag wurde mit einem Barbecue gefüllt. Es ist zwar etwas seltsam, wenn man nachmittags um 2 den Grill anschmeißt, doch man kann so wunderbar den ganzen Tag verbringen.

Nach zwei durchtanzten Nächten, habe ich dann die Woche an den Crystal Cascades ausklingen lassen. Und ja, dann darf man auch mal müde aussehen ;)

ZWEI

O-Week

Am Montag und Dienstag wurden hauptsächlich Infoveranstaltungen über das Studium und Leben in Australien gehalten. Zum Beispiel wurde uns von einer Polizistin ziemlich genau erklärt, bei welchen illegalen Aktivitäten wir nur eine Strafe zahlen und bei welchen wir sofort das Land verlassen müssen. Außerdem ging es um die "gefährlichen" Heimwege bei Nacht und in welchen Clubs in letzter Zeit KO-Tropfen die Runde machten. Alles in allem eher eine Vorbereitung fürs Partyleben. Die weiteren Veranstaltungen, wie "Wie baue ich meinen Stundenplan",  waren eher hilfreich für die einheimischen Erstis und überflüssig für gut vorbereitete "Internationals". 

Also war ab Mittwoch Leute kennenlernen und so viel erleben wie nur möglich angesagt. Dafür gab es auch allerhand Touren, die von der Uni organisiert waren und somit den Geldbeutel schonten.

Der erste Ausflug ging am Mittwoch nach Palm Cove. Dank Starkregen wurde die erstbeste, überdachte Strandbar aufgesucht und bei Cappuccino bis Bier ein bisschen mehr als Name, Herkunftsland und Studiengang der anderen herausgefunden. Als das Wetter es dann endlich ein bisschen besser wurde, zog es uns Richtung Wasser. Aber im australischen Winter waren dann doch nur ganz wenige mutig genug, sich hineinzuwagen. Ich würde jedoch schätzen, dass das Meer wärmer war, als die Ostsee jemals wird. :D 

Am nächsten Abend tourten wir mit dem Ultimate Party Double-Decker Party Bus durch fünf Pubs und Clubs in Cairns. Neben einigen peinlichen Partyspielen und schrägen Animateuren, gab es auch noch jedesmal ein Begrüßungsgetränk frei und ab 22 Uhr Champagner für alle Ladies, serviert von einem wenig bekleideten Herren. Zusammengefasst jede Menge Zutaten für einen genialen und langen Abend - und meine High Heels hatte ich schon ab Club 3 nicht mehr an.

Gestern machten wir dann schließlich noch ein Ausflug nach Fitzroy Island. Hätte ich mich vorher informiert, dass man nicht nur schnorcheln kann, sondern auch einen wundervollen Ausblick hat, wenn man eine einstündige Wanderung zur Bergspitze auf sich nimmt, dann hätte ich mich an dem Morgen nicht für Flip Flops entschieden. Aber das war es auf jeden Fall wert! 

Den freien Freitag verbrachte ich faul in Clifton Beach, ein schöner ruhiger Strandvorort von Cairns. Und genau dorthin werde ich in den nächsten Minuten wieder verschwinden. :)

EINS

Abflug

Nachdem ich am Montag schnell noch eine Prüfung an meiner deutschen Uni geschrieben hatte, sollte es dann am 12.Juli endlich losgehen - von Leipzig über Frankfurt und Singapor nach Cairns. Meinen Koffer habe ich übrigens auch erst Dienstag morgen gepackt. Es lief irgendwie alles ein bisschen spontan ab, trotz der enormen Vorbereitung (Uni, Visum, ...), die für diese Reise notwendig waren.

Am Nachmittag wurde ich also von meinen Eltern und meiner Schwester zum Flughafen Leipzig gebracht und nach einem nicht ganz tränenfreien Abschied, war ich die nächsten 32 Stunden erstmal auf mich allein gestellt. Ich gebe zu, dass ich ein wenig Angst vor den großen Flughäfen in Frankfurt und Singapor hatte, aber die waren dann doch gar nicht so riesig und überlaufen, wie ich sie mir vorgestellt hatte. 

Im Changi Flughafen Singapor musste ich zehn Stunden Aufenthalt überbrücke. Das war allerdings nicht schlimm, denn dort könnte man wahrscheinlich auch einen kompletten Urlaub lang bleiben. Es gibt jede Menge Möglichkeiten, sich die Zeit zu vertreiben, zum Beispiel mehrere Themengärten, ein Fitnessstudio und einen Pool. Außerdem gibt es viel besseres Essen, als ich von anderen Flughäfen oder Autobahnraststätten gewöhnt bin. Ein weiterer riesiger Pluspunkt ist, dass es sehr leise war. Vielleicht lag das daran, dass überall Teppich ist. Ich hatte auf jeden Fall nicht dieses typische Bahnhofshallengefühl. Im Nachhinein bin ich sehr froh, dass ich mich für einen Stopp in Singapor entschieden habe. Leider konnte ich nicht an einer der kostenlosen Stadttouren teilnehmen, welche für Touristen mit Aufenthalten über fünf Stunden angeboten werden, da ich währenddessen ziemlich viel Kram für eine Belegarbeit beenden musste. Das ist aber schon fest für den Rückflug eingeplant!

Die drei Flüge waren insgesamt sehr angenehm und fast ohne Turbulenzen. Und da ich während dem längsten Flug beinahe durchgeschlafen habe, bin ich fast ohne Jetlag in Australien angekommen. Am Flughafen wurde ich dann von Katrin und Nina mit einem Haufen Luftballons in Empfang genommen.